Im zwanzigsten Jahr ihres Bestehens konnte die Quirin Privatbank im Geschäftsjahr 2025 mit einem weiteren Anstieg ihres Ergebnisses der normalen Geschäftstätigkeit von 16,9 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 18,3 Millionen Euro im Jahr 2025 punkten. Der Jahresüberschuss nach Steuern sank jedoch von 13,2 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 11,0 Millionen Euro im Jahr 2025.
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Im zwanzigsten Jahr ihres Bestehens konnte die Quirin Privatbank im Geschäftsjahr 2025 mit einem weiteren Anstieg ihres Ergebnisses der normalen Geschäftstätigkeit von 16,9 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 18,3 Millionen Euro im Jahr 2025 punkten. Der Jahresüberschuss nach Steuern sank jedoch von 13,2 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 11,0 Millionen Euro im Jahr 2025.
Dies ist auf steuerliche Effekte zurückzuführen, da die Quirin Privatbank steuerliche Verlustvorträge nicht mehr im gleichen Maße nutzen kann wie in den vorangegangenen Jahren. Mit diesem Ergebnis sank die Eigenkapitalrendite nach Steuern der Quirin Privatbank von 15,6 Prozent im Jahr 2024 auf 12,5 Prozent im Jahre 2025.
Steuerlicher Effekt führt zu rückläufigem Überschuss
Dieser rückläufige Wert spiegelt jedoch ausschließlich den steuerlichen Effekt des rückläufigen Jahresüberschusses wider und ist nicht auf die intrinsische Ergebniserzielungsfähigkeit des Instituts aus dem normalen Geschäft zurückzuführen. Die erzielte Eigenkapitalrendite stellt nach wie vor einen sehr guten Wert im Vergleich mit anderen Banken dar, wenn man eine Renditeanforderung von acht bis zehn Prozent als langfristige Erwartung von Aktionären als mehrjährige Benchmark anlegt.
Vom Jahresüberschuss schüttet Quirin 5,6 Millionen Euro als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet, was 0,13 Euro je Aktie entspricht. Beim aktuellen Aktienkurs von 3,30 Euro (Stand 9.5.2026) ergibt sich daraus eine Dividendenrendite von fast vier Prozent. Die aufsichtsrechtlichen Kenngrößen fallen unverändert hervorragend aus, so liegt die Gesamtkapitalquote bei 33,1 Prozent (Vorjahr 33,1 Prozent) und die Liquidity Coverage Ratio bei 542 und damit um ein Vielfaches über dem gebotenen Mindestwert von 100. Auch die Ausstattung der Bank mit Eigenkapital konnte weiter gestärkt werden, von 84,0 Millionen Euro 2024 auf 88,0 Millionen Euro 2025.
Zentraler Treiber des Ergebniswachstums ist der Anstieg des Provisionsüberschusses von 56,2 Millionen Euro 2024 auf 62,0 Millionen Euro 2025. Dieser Zuwachs geht einher mit einem Anstieg der verwalteten Kunden-AuM von 9,5 Milliarden Euro 2024 auf 10,5 Milliarden Euro 2025. Hier profitiert die Quirin Privatbank einerseits von der ausgesprochen positiven Kapitalmarktentwicklung im Laufe des Jahres 2025, in dem wichtige Leitindizes am Aktienmarkt deutlich angestiegen sind (der MSCI World zum Beispiel um 19,5 Prozent).
Andererseits konnte die Quirin Privatbank 2025 auch Nettomittelzuflüsse von 81 Millionen Euro einwerben, was jedoch ein deutlich geringerer Wert als die 350 Millionen Euro im Jahr 2024 ist. Bedauerlicherweise wurde der Anstieg des Provisionsüberschusses durch einen Rückgang des Zinsüberschusses von 20,8 Millionen Euro 2024 auf 13,8 Millionen Euro 2025 wieder kompensiert, nachdem sich der Zinsüberschuss in den Vorjahren auf Grund der Zinswende positiv entwickelt hatte.
Zinsschwankungen wirken unterdurchschnittlich auf das Ergebnis
Insgesamt spielt der Zinsüberschuss in dem sehr speziellen auf die Generierung von Provisionsüberschuss aus Wertpapier- und Kapitalmarktgeschäft fokussierten Geschäftsmodell der Quirin Privatbank allerdings eine untergeordnete Rolle, weshalb sich auch zinsinduzierte Schwankungen des Zinsüberschusses nicht ganz so stark auf das Gesamtergebnis auswirken wie bei anderen Banken.
Der Anstieg der Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen um 3,3 Prozent von 62,5 Millionen Euro 2024 auf 64,6 Millionen Euro 2025 verlief moderat und weitgehend im Rahmen der allgemeinen Preissteigerung, wobei die Zahl der Mitarbeiter von 266 im Jahresdurchschnitt 2024 auf 276 im Jahresdurchschnitt 2025 angestiegen ist.
Erfreulich ist, dass der prozentuale Anstieg der Mitarbeiterzahl und der Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen unter dem Anstieg der Kundenzahl (Quirin Privatbank und Tochtergesellschaft Quirion) um 12 Prozent von circa 104.500 2024 auf 117.000 2025 und dem Anstieg der AUM um 11 Prozent von 9,5 Milliarden Euro 2024 auf 10,5 Milliarden Euro 2025 liegt.
Digitalisierung trägt Früchte
Hier trägt die zunehmende Digitalisierung Früchte, insbesondere in Form des Geschäftsausbaus beim digitalen Robo Advisor quirion. Es zeigt sich der operative Hebel eines digitalen Geschäftsmodells, wenn über eine bestehende Plattform zunehmend mehr Geschäft abgewickelt werden kann, ohne dass deshalb die Zahl der Mitarbeiter in gleichem Maße erhöht werden muss.
Einziger Wermutstropfen in diesem Zahlenwerk ist der Anstieg der Cost-Income-Ratio von 74 Prozent 2024 auf 78 Prozent 2025. Dieser lässt sich allerdings wie weiter oben erläutert mit dem Rückgang des Zinsüberschusses erklären und liegt weder an einer schlechteren Ertragslage im provisionsbasierten Kundengeschäft noch an übermäßig steigenden Kosten. Allerdings ist auch darauf zu verweisen, dass sich die Cost-Income-Ratio im langjährigen Trend verschlechtert hat – so lag sie im Geschäftsjahr 2021 noch bei 51 Prozent (hier geht es zu dem dazugehörigen Bilanz-Check).
