Das Bankhaus Metzler, Deutschlands älteste Privatbank in ununterbrochenem Familienbesitz, hat in seinem Geschäftsbericht 2025 eine beeindruckende Steigerung der Provisionserlöse ausgewiesen. Damit endet eine mehrjährige Phase der Stagnation bei diesem wichtigen Erfolgsindikator für ein auf Provisionsgeschäft fokussiertes Bankhaus.
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Das Bankhaus Metzler, Deutschlands älteste Privatbank in ununterbrochenem Familienbesitz, hat in seinem Geschäftsbericht 2025 eine beeindruckende Steigerung der Provisionserlöse ausgewiesen. Damit endet eine mehrjährige Phase der Stagnation bei diesem wichtigen Erfolgsindikator für ein auf Provisionsgeschäft fokussiertes Bankhaus.
Deutliche Steigerung der Provisionserlöse beim Bankhaus Metzler im Jahr 2025
Das Bankhaus Metzler hat das Geschäftsjahr 2025 vor dem Hintergrund fortwährender kriegerischer und handelspolitischer Verwerfungen und den damit verbundenen Marktauswirkungen mit dem über viele Jahre traditionell ausgewiesenen Jahresüberschuss von 2,3 Millionen Euro abgeschlossen, der üblicherweise als Gewinnausschüttung an die Eigentümer fließt.
Die operative Ertragslage des Instituts ergibt ein insgesamt positives Bild. Der Provisionsüberschuss des sehr stark auf das Provisions- und weniger auf das Zinsgeschäft ausgerichteten Instituts wuchs von 192,4 Millionen Euro im Jahr 2024 um 12 Prozent auf 215,4 Millionen Euro im Jahre 2025. Damit endet eine mehrjährige Phase der Stagnation der Provisionsüberschüsse von Metzler. Seit dem Jahr 2018 schwankte der Provisionsüberschuss zwischen Werten von 180 Millionen Euro und 196 Millionen Euro, ohne einen klaren Trend.
Dies ist vor dem Hintergrund deutlich steigender Kapitalmarktbewertungen in diesem Zeitraum kritisch zu sehen, die einem im Private Banking und Asset Management tätigen Institut automatisch steigende Provisionserlöse einbringen sollten. Weiterhin ergibt sich eine Divergenz zu den steigenden Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen, die einen automatischen Auftrieb auf Grund der allgemeinen Kostensteigerung aufweisen.
Der traditionell für Metzler weniger bedeutsame Zinsüberschuss entwickelte sich rückläufig, er fiel von 29,3 Millionen Euro im Jahr 2024 um 28 Prozent auf 21,1 Millionen Euro im Jahr 2025. In den vorangegangenen Jahren hingegen hatte Metzler erheblich von der Zinswende profitiert – so betrug der Zinsüberschuss im Niedrigzins-Jahr 2018 noch 3 Millionen Euro und stieg in der Spitze bis auf 33 Millionen Euro im Jahr 2024 an.
Diese Entwicklung half Metzler, die schwache Entwicklung der Provisionsergebnisse zu kompensieren und war insofern ein Glücksfall, als die Zinswende von unerwarteten exogenen Ereignissen getrieben war und nicht von einer strategischen Weiterentwicklung des Bankhauses Metzler. Umso positiver ist es zu vermerken, dass Metzler angesichts wieder rückläufiger Zinsüberschüsse nun auf den Wachstumspfad im Provisionsgeschäft zurückgekehrt ist.
Mit den Erlösen steigen die Kosten
Parallel zu den Erlösen stiegen auch die Kosten von Metzler an. Der Personalaufwand stieg von 130,7 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 140,1 Millionen Euro im Jahr 2025, die anderen Verwaltungsaufwendungen von 69,3 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 74,4 Millionen Euro im Jahr 2025.
In der Vergangenheit hatte sich Metzler ein striktes Kostenmanagement verordnet, so fielen die Kosten in den Geschäftsjahren 2019, 2020 und 2023 sogar absolut im Vergleich zu den jeweiligen Vorjahren. Selbstverständlich ist es nicht möglich eine solche Kostendisziplin auf Dauer durchzuhalten, angesichts notwendiger Investition und erforderlicher Ausgaben für hochqualifiziertes Personal als Schlüsselressource im Geschäftsmodell. Weiterhin beschäftigt Metzler etwa 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Der Fonds für allgemeine Bankrisiken konnte um 15 Millionen Euro auf 115 Millionen Euro gestärkt werden, was eine erfreuliche Entwicklung für die Stabilität des Instituts darstellt. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit war mit einem Rückgang von 14,2 Millionen Euro im Jahr 2024 um 4,9 Prozent auf 13,5 Millionen Euro im Jahr 2025 leicht rückläufig. Setzt man das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit ins Verhältnis zum vorhandenen Eigenkapital von 193 Millionen Euro so ergibt sich eine Vorsteuer-Eigenkapitalrendite von 7,0 Prozent.
Dieser Wert ist sicherlich ausbaufähig, wenn man eine Nachsteuer-Eigenkapitalrendite von acht bis zehn Prozent als langfristig erreichbar und anzustreben ansieht. Das Gleiche gilt für die Cost-Income-Ratio, die im Jahre 2025 mit 89,2 Prozent einen im Branchenquerschnitt ebenfalls ausbaufähigen Wert erreicht.
In den einzelnen Geschäftsfeldern berichtet Metzler über positive Entwicklungen. Das Geschäftsfeld Asset Management berichtet über einen Zuwachs der Total Assets von 77 Milliarden Euro 2024 auf 80 Milliarden Euro 2025. Der Zuwachs resultierte ausschließlich aus einem Wachstum der Kapitalmarktbewertungen, nicht aus Nettomittelzuflüssen.
In der Altersversorgung konnte der Erwerb der Nürnberger Pensionsfonds abgeschlossen werden. Die verschiedenen Segmente des Geschäftsbereichs Capital Markets zeigen ebenfalls positive Entwicklungen, beispielsweise in der Begleitung von Kapitalmarkttransaktionen im KMU-Segment. Für das Geschäftsfeld Corporate Finance berichtet Metzler über den Ausbau des M&A-Geschäfts am Standort Tokio.
Im Private Banking erzielte Metzler Zuwächse sowohl aus steigenden Kapitalmarktbewertungen als auch aus Nettomittelzuflüssen. Der geografische Footprint wurde durch die Eröffnung eines Private-Banking-Standorts in Berlin erweitert. Die digitalen Einheiten des Bankhauses wurden im Bereich Metzler DX zusammengefasst, um hier eine größere Schlagkraft zu erreichen.
Hinsichtlich der strategischen Aufstellung von Metzler wiederholen wir unsere positive Einschätzung aus früheren Bilanz-Checks.
Die Geschäftsfelder Asset Management und Private Banking lassen aufgrund der Alterung der Bevölkerung und des allgemeinen Geldvermögenszuwachses weiteres Wachstum erwarten. Mit der Spezialisierung auf ESG nimmt Metzler hier eine dem allgemeinen Zeitgeist entsprechende Positionierung ein. Die Geschäftsfelder Capital Markets und Corporate Finance sollten von der weiteren Internationalisierung von Unternehmen und Investoren profitieren.
Zudem kann das Bankhaus Metzler auf einer soliden Kapitalbasis, der Übererfüllung regulatorischer Vorgaben sowie einer konservativen Ausrichtung mit starker Ausrichtung an vertrauensvollem und nachhaltigem Geschäftsgebaren aufbauen. Dennoch ist es dringend erforderlich, einerseits das Verhältnis aus Erlösen und Aufwendungen zu verbessern und andererseits das Wachstum vor allem der Provisionserlöse zu verstetigen. Beides gleichzeitig zu erreichen stellt für das Institut und seine Mitarbeiter eine enorme Herausforderung dar.
Über die Autoren:
Stefanie Hehn ist Professorin für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen und ist auf Corporate Finance und Kapitalmarkttheorie spezialisiert. Bis 2018 war sie für die Deutsche Bank tätig.
Gösta Jamin lehrt als Professor für Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehrean der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen. Zudem begleitet Jamin als Berater Banken und Finanzdienstleister bei der digitalen Transformation.
