Bilanz-Check Diese Schlüsse erlauben die 2018er Zahlen des Bankhaus Lampe

Gösta Jamin (l.) und Stefanie Hehn lehren an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen am Rhein. | © Jamin/Hehn

Gösta Jamin (l.) und Stefanie Hehn lehren an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen am Rhein. Foto: Jamin/Hehn

Das zur Oetker-Gruppe gehörende Bankhaus Lampe hat das Geschäftsjahr 2018 auf den ersten Blick mit einem positiven Jahresergebnis abgeschlossen. Das geht aus dem jüngst veröffentlichten Geschäftsbericht hervor. Der Konzernjahresüberschuss nahm mit 15,2 Millionen Euro nur um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ab, was in dem aktuell anspruchsvollen Marktumfeld für Banken ein durchaus respektables Ergebnis darstellt. Somit wurde eine Eigenkapitalrentabilität von 5,1 Prozent erzielt.

Insgesamt sind die Erträge der unabhängigen, inhabergeführten Privatbank um knapp 8 Prozent zurückgegangen, allerdings konnten auch die Aufwendungen in gleichem Maße gesenkt werden. Es wurde eine Cost-Income-Ratio von 92,0 Prozent erzielt, was im Bankenmarkt zwar kein besonders guter Wert ist, allerdings im Vergleich zu den 101,8 Prozent des Jahres 2017 eine deutliche Verbesserung dieses Effizienzindikators darstellt.

Kernkapitalquote über den Anforderungen

Mit 15,46 Prozent liegt die Kernkapitalquote erheblich über den aufsichtsrechtlichen Anforderungen und hat sich auch gegenüber 2017 weiter verbessert. Die gestiegenen Gewinnrücklagen sind auch darauf zurückzuführen, dass die Familie Oetker in diesem Jahr gänzlich auf eine Gewinnausschüttung verzichtet, während sie sich im Vorjahr bereits nur sieben Millionen ausschütten ließ. Darin zeigen sich der große Rückhalt und das Interesse an einer soliden Reservebildung des Bankhauses.

Der Posten Fonds für allgemeine Bankrisiken (§340G Reserve nach HGB), der als zusätzliche Risikodeckungsmasse bei Banken dient und auf welchem somit ein besonderes Augenmerk liegt, wurde unter anderem dank durch das gesunkene, aber dennoch positive Nettoergebnis des Handelsbestands und Handelsgeschäften erneut aufgestockt.

Lampe verfügt mit einer Liquidity Coverage Ratio von 174,73 Prozent, die erheblich über den nach den neuen Basel-III-Regeln seit 2019 geforderten 100 Prozent liegt, über eine gute Liquiditätssituation. Mit einem Anteil der Kundeneinlagen von 71 Prozent an der Bilanzsumme befindet sich das Bankhaus zudem in einer soliden Refinanzierungssituation.