Die Hamburger Privatbank Berenberg hat das Geschäftsjahr 2025 nach einer aufsichtsrechtlichen Sonderprüfung und einer forensischen Untersuchung mit einem uneingeschränkten Testat und einem Jahresüberschuss von 20,2 Millionen Euro abgeschlossen – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr (81,6 Millionen Euro), aber ein bewusst als Schlussstrich unter die Aufarbeitung strittiger Sachverhalte kommunizierter Wert. Kapital- und Liquiditätsausstattung bleiben komfortabel über den aufsichtsrechtlichen Anforderungen, und das erste Halbjahr 2026 zeigt mit rund 40 Millionen Euro Überschuss bereits eine deutliche operative Erholung.
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Die Hamburger Privatbank Berenberg hat das Geschäftsjahr 2025 nach einer aufsichtsrechtlichen Sonderprüfung und einer forensischen Untersuchung mit einem uneingeschränkten Testat und einem Jahresüberschuss von 20,2 Millionen Euro abgeschlossen – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr (81,6 Millionen Euro), aber ein bewusst als Schlussstrich unter die Aufarbeitung strittiger Sachverhalte kommunizierter Wert. Kapital- und Liquiditätsausstattung bleiben komfortabel über den aufsichtsrechtlichen Anforderungen, und das erste Halbjahr 2026 zeigt mit rund 40 Millionen Euro Überschuss bereits eine deutliche operative Erholung.
Berichtendes Institut ist die Privatbank Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG mit Sitz in Hamburg, zweitälteste Bank der Welt und zugleich älteste Bank Deutschlands, die mit den Geschäftsbereichen Investment Bank und Corporate, Wealth and Asset Management zu den führenden europäischen Privatbanken zählt. Vier Wochen nachdem die Finanzaufsicht Bafin die Befugnisse der drei bisherigen Geschäftsleiter ruhend gestellt und Dr. Hans-Walter Peters sowie Michael Horf als Sonderbeauftragte mit Geschäftsleiterbefugnis eingesetzt hatte, konnte Berenberg den Jahresabschluss 2025 veröffentlichen.
Fehlerhafte Bilanzierung beim Abschluss
Auslöser war eine bei der Erstellung des Abschlusses festgestellte fehlerhafte Bilanzierung und Bewertung einzelner Aktiengeschäfte im Eigenbestand der Bank. Die daraufhin vom Prüfungsausschuss des Verwaltungsrates beauftragte Sonderuntersuchung kam zu dem Ergebnis, dass frühere Geschäftsleiter regulatorische Eigenmittel- und Eigenkapitalwirkungen gezielt gesteuert und in Einzelfällen Ergebniswirkungen bilanziell geglättet oder zeitlich vorgezogen hatten; zudem wurden Organkredite mit Einschränkungen bei der Marktgerechtigkeit identifiziert.
Positiv hervorzuheben ist, dass das Kundengeschäft von den Vorgängen zu keinem Zeitpunkt betroffen war und die Bafin hierzu keinerlei Auflagen erteilt hat. Mit dem am 20. Juli 2026 von Deloitte uneingeschränkt testierten Jahresabschluss hat die Bank die strittigen Sachverhalte nun vollständig verarbeitet.
Der Jahresüberschuss sank in der Folge deutlich um 75,2 Prozent von 81,6 auf 20,2 Millionen Euro. Neben den Aufarbeitungseffekten trugen hierzu insbesondere die Risikovorsorge für ein einzelnes Engagement, die Restrukturierung im Zentralbereich Wealth and Asset Management, eine schwächere Ertragslage der Investmentbank im vierten Quartal sowie höhere IT-Investitionen bei.
Die Eigenkapitalrendite gab entsprechend von 40,1 auf 9,0 Prozent nach – ein Niveau, das nach dem außergewöhnlich starken Vorjahr nun wieder als branchenüblich einzuordnen ist. Die Cost-Income-Ratio verschlechterte sich von 76,2 auf 90,4 Prozent, was angesichts der Sondersituation nicht überrascht.
Die Analyse der Ertragslage zeigt ein differenziertes Bild: Der Provisionsüberschuss reduzierte sich um 10,0 Prozent von 387,9 auf 349,1 Millionen Euro, während der für Berenberg klassisch weniger bedeutsame Zinsüberschuss um 15,4 Prozent von 140,8 auf 119,1 Millionen Euro zurückging – blieb damit aber über dem Planwert der Bank. Erfreulich entwickelte sich das Handelsergebnis, das um 165,5 Prozent von 8,7 auf 23,1 Millionen Euro anstieg, ebenso das sonstige betriebliche Ergebnis, das um 42,0 Prozent von 14,3 auf 20,3 Millionen Euro zunahm – Letzteres getragen vom operativen Devisengeschäft sowie einer Umsatzsteuerrückerstattung.