Muss man heutzutage mehr Freiraum für das Preisangebot geben?
Hanegraaf: Im Private Banking ist der Preis wichtig, aber nicht das allein Ausschlaggebende. Daher halte ich nichts von einem Wettbewerb über den Preis. Es kann auch nicht sein, dass Banken steigende Kosten nur auf die Kunden abwälzen. Deswegen arbeiten wir bei der Bethmann Bank intensiv daran, unsere Kostenbasis zu verringern. Das gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Bethmann- Managements.
Neben Execution-only und Anlageberatung gibt es noch die Vermögensverwaltung. Rund 30 Prozent der Kundengelder der Bethmann Bank liegen dort. Nun hat die Bank mit Reinhard Pfingsten jüngst einen prominenten Zugang verzeichnet. Was sind da die weiteren Pläne?
Hanegraaf: Die Privatbanken der ABN Amro verwalten rund 200 Milliarden Euro Kundengelder. Es steckt noch eine Menge Potenzial in der Organisation, das wir heben wollen. Deshalb setzen wir unser Programm One Private Bank um. Wir bündeln beispielsweise das Research oder machen unseren Kunden erfolgreiche Anlagestrategien unserer Schwesterbanken zugänglich. Reinhard Pfingsten wird in Deutschland unser Gesicht zum Markt und für die Kunden sein. Zugleich wird er auch eine globale Rolle im zentralen Anlageausschuss der ABN Amro übernehmen.
Über den Interviewten:
Hans Hanegraaf steht seit Juli 2017 als Vorstandsvorsitzender der Bethmann Bank vor. Zudem verantwortet er sämtliche Geschäftsaktivitäten des Mutterkonzerns ABN Amro in Deutschland. Für die Niederländer ist der 52-Jährige bereits seit 1995 tätig und leitete das internationale Mittelstandsgeschäft, bevor er ins Private Banking wechselte. Unter anderem verantwortete er dessen Geschäft in Asien und dem Nahen Osten.