Nach Abgängen zu LGT Wie es am Hamburger Standort der Bethmann Bank weitergeht

Headphones
Artikel hören
Nach Abgängen zu LGT
Wie es am Hamburger Standort der Bethmann Bank weitergeht
Die Audioversion dieses Artikels wurde künstlich erzeugt.
Schriftzug der Bethmann Bank über dem der Muttergesellschaft ABN Amro

Schriftzug der Bethmann Bank über dem der ABN Amro, auf die die Privatbank am 10. Oktober verschmolz. Foto: imago images/Michael Gstettenbauer

Hamburg soll auch in Zukunft ein wichtiger Standort der Bethmann Bank bleiben. „Unser Ziel ist es, Hamburg als Teil der Region Nord weiter in der heutigen Größe fortzuführen und perspektivisch – wie in allen anderen Regionen auch – zu wachsen“, betont eine Sprecherin der Bank gegenüber dem private banking magazin.

Hintergrund der Anfrage: Am Montag war bekanntgeworden, dass ein Team aus 15 Bethmann-Bankern zur neuen LGT-Niederlassung in Hamburg wechselt. Wenige Tage zuvor bestätigte die Bank, dass drei Berater aus Hamburg zu Qcoon Invest, einer ebenfalls in der Hansestadt beheimateten Tochter des Single Family Offices Qcoon, wechseln.

Nach Verschmelzung: Mitarbeiter nutzen Recht zu außerordentlicher Kündigung

Möglich geworden waren die kurzfristigen Abgänge durch die lange geplante Verschmelzung auf ABN Amro. „Durch die Verschmelzung der Bethmann Bank AG auf die ABN Amro Bank N.V., die am 10. Oktober wirksam wurde, hatten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das gesetzliche Recht zu einer sofort wirksamen außerordentlichen Kündigung innerhalb von 14 Tagen“, erklärt die Bethmann-Sprecherin. „In der Niederlassung Hamburg hat eine niedrige zweistellige Anzahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von diesem Recht Gebrauch gemacht.“

Am Montag, als die LGT Bank die Zugänge von der Bethmann-Bank bekanntgab, lief diese Frist ab. Zu diesem Zeitpunkt war ebenfalls klar: Die Personalentwicklung in Hamburg stellt eine Ausnahme dar. An keinem der anderen 13 Standorte gab es Kündigungen. Erste Neueinstellungen in Hamburg seien bereits erfolgt, weitere Gespräche mit Kandidatinnen und Kandidaten liefen zudem. Zurzeit sind rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Niederlassung tätig, 55 sollen es wieder werden.

 

 

Die Betreuung der Kunden werde durch die Abgänge nicht beeinträchtigt. „Die Bethmann Bank hat durch zügig eingeleitete Maßnahmen sichergestellt, dass die Kundinnen und Kunden in Hamburg mit dem gewohnt hohen Standard und ohne Einschränkungen betreut werden. Dazu wurde im Zuge der standortübergreifenden Zusammenarbeit Personal aus anderen Regionen und Standorten hinzugezogen, bis die Vakanzen wieder besetzt sind,“ sagt die Sprecherin.

Hamburger Standortleiter waren im September freigestellt worden

Mitte September hatte die Bethmann Bank den langjährigen Niederlassungsleiter Torsten Hein sowie seinen Kollegen Jörg Finck freigestellt. Das Duo leitet nun den neuen LGT-Standort in Hamburg mit einem Team ehemaliger Bethmann-Banker. Axel Rogge, Leiter Wachstum, sowie Patric Wilhelm, Regionalleiter Nord, übernahmen die Leitung der Bethmann-Niederlassung in der Hansestadt, die anschließend in die Region Nord mit den Standorten Berlin, Bremen und Hannover eingegliedert wurde.

Im Frühjahr 2022 hatte die Bethmann Bank Veränderungen im Wealth Management und Firmenkundengeschäft bekanntgegeben, unter anderem eine neue Regionalstruktur eingeführt. Ein Personalabbau ginge damit nicht einher, versicherte die Bank. Vielmehr sollen weitere Stellen aufgebaut werden. Zuletzt vermeldete Bethmann vier Zugänge im Wealth Management der Region Bayern.