Nach Credit-Suisse-Übernahme Berufsaussichten im Schweizer Private Banking werden mieser

Logo der Schweizer Bank Credit Suisse am Züricher Paradeplatz

Das Logo der Credit Suisse am Züricher Paradeplatz: Mit der Übernahme der Bank trübt sich die Stimmung im Schweizer Private Banking stark ein. Foto: imago images/Andreas Haas

Nach der Übernahme der Credit Suisse durch UBS ist die Stimmung im Schweizer Private Banking gedrückt. Das zeigt die 12. Online-Befragung zu den Berufsaussichten in der Schweizer Finanzbranche unter 1.100 Beschäftigten, welche das Branchenportal „Finews“, die Swiss Finance Institute und die PR-Agentur Communicators durchgeführt haben.

75 Prozent der Befragten sehen das Ansehen des Bankberufs beschädigt, ein Viertel geht davon aus, dass dies „auf lange Sicht“ der Fall sein wird. Damit sich die Reputation wieder verbessere, bedarf es laut 44 Prozent der Befragten „echte Vorbilder auf den Chefetagen“.

Berufsaussichten so schlecht wie nach der Finanzkrise

Bis zur Übernahme der Credit Suisse stuften 11,5 Prozent die Berufsaussichten der Finanzbranche als „sehr gut“ ein, bei 55,8 Prozent war es „gut“. Seitdem sind die Werte auf jeweils 4,3 Prozent beziehungsweise 36,5 Prozent abgerutscht – und damit ähnlich schlecht, wie nach der Finanzkrise von 2008. Im Jahr 2013, fünf Jahre nach der Finanzkrise, lagen die Werte bei 2,8 und 39,4 Prozent. Damit sei der Großteil der gewonnenen Reputation wieder verspielt, so die Studienautoren.

 

 

 

Behörden hätten Ansehen geschadet 

Zwei Drittel der Befragten glauben, dass der Schweizer Finanzplatz durch das Verschwinden der Credit Suisse an Glaubwürdigkeit verliere.  Dies liege daran, dass die Behörden zu lange untätig zugeschaut hätten, Notrecht zur Anwendung kam und zuletzt weil die Schweiz keine konsistente Finanzplatz-Strategie besitze. Andererseits glauben 70 Prozent, dass die neuaufgestellte UBS nun gute Erfolgschancen besitze.

Die größten Karrierebremser – und Chancen

Die Umfrage beleuchtete ebenfalls, was als Karrierebremser wahrgenommen werden. Ganz vorne stehen hier mit 44,8 Prozent Verlagerungen von Geschäftsabteilungen ins Ausland. Neue Ansätze im Bereich Fintech und Neobanking liegen mit 40,1 Prozent auf dem zweiten Platz, gefolgt von Einschränkungen durch verschärfte Regularien mit 36,6 Prozent.

Als Chancen werden hingegen der IT-Bereich (59,4 Prozent), der Umgang mit digitalen Produktinnovationen (57,4 Prozent) sowie Legal & Compliance (46,5 Prozent) gesehen. Aber auch der Family-Office-Branche (37,7 Prozent) sowie Alternativen Anlagen (36,9 Prozent) werden noch Wachstumsmöglichkeiten zugetraut.

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