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Um im Wealth Management zu wachsen, schaut sich die Berenberg Privatbank offenbar nach Zukäufen um – auch unter unabhängigen Vermögensverwaltern. „Wir können uns vorstellen, an Nachfolgelösungen unabhängiger Vermögensverwalter mitzuwirken oder einzelne Portfolios oder Geschäftsbereiche von anderen Banken zu übernehmen“, wird Hendrik Riehmer, persönlich haftender Gesellschafter, in einer Pressemitteilung zu den Geschäftszahlen 2024 zitiert.
Weitere Details nannte Riehmer zwar nicht, bemerkenswert sind die Gedankenspiele aber allemal. Schließlich liegt die Einstiegsgrenze in der Vermögensverwaltung bei Berenberg im Neugeschäft bei 1 Million Euro. Bei unabhängigen Vermögensverwaltern ist die Mindestanlage in der Regel geringer. Es dürfte also nicht leicht werden, einen Vermögensverwalter mit einem Kundenportfolio zu finden, das zu Berenbergs Wealth Management passt.
Klar ist aber: Weil viele Gesellschafter von unabhängigen Vermögensverwaltern in den kommenden Jahren das Ruhestandsalter erreichen, stehen viele Unternehmen vor einem Nachfolgeproblem. Neben Banken positionieren sich auch größere Vermögensverwalter, Private-Equity-Gesellschaften oder Haftungsdächer mit Nachfolgelösungen.
Assets under Management steigen um 4 Prozent
Dass sich Berenberg mit Zukäufen beschäftigt, könnte auch mit dem schmalen Wachstum im Asset und Wealth Management im abgelaufenen Geschäftsjahr zusammenhängen. Trotz starker Kapitalmärkte stiegen die Assets under Management 2024 um nur 4 Prozent auf 39,2 Milliarden Euro (Vorjahr 37,7 Milliarden Euro). Der Jahresüberschuss erhöhte sich um 47,2 Prozent auf 81,6 Millionen Euro (Vorjahr 55,4 Millionen Euro). Haupttreiber war aber nicht die Vermögensverwaltung, sondern Berenbergs Investment Bank, die nach zwei Jahren Flaute am Kapitalmarkt insbesondere im zweiten Halbjahr 2024 wieder erstarkte.
