Strategiewechsel Berenberg schließt Family Office und Beteiligungs-Tochter

Berenberg Bank an der Alster in Hamburg (Foto: Getty Images)

Berenberg Bank an der Alster in Hamburg (Foto: Getty Images)

Das Bankhaus Berenberg schließt das erst 2012 geschaffene Berenberg Office sowie die Tochtergesellschaft Berenberg Private Capital.

Mit der Schließung des Berenberg Office zieht sich Berenberg aus dem Family-Office-Geschäft zurück. "Wir waren mit dem bankeigenen Family Office wirtschaftlich nicht erfolgreich und werden es nicht weiter betreiben", sagt Tindaro Siragusano (38), Leiter Private Banking bei Berenberg.

Als Leiter des Berenberg Office trat Magnus Graf von Schlieffen (52) zum November 2012 dem Unternehmen bei. Nun hat er die Privatbank wieder verlassen.

Außerdem schließt die Bank die für geschlossene Beteiligungen und alternative Investments zuständige Tochtergesellschaft Berenberg Private Capital. Geschäftsführer Jürgen Raeke (54) ist seit September freigestellt. "Wir sehen bei geschlossenen Fonds künftig wenig Potential für unsere Kunden“, so Siragusano. Deshalb fahre man dieses Geschäft deutlich zurück.

Investmentchef Stefan Keitel (44) und sein Team betreuen nun die Private-Equity-Fonds und andere alternative Investments, so ein Berenberg-Sprecher. Die Immobilienanlagen gehen auf das Immobilien-Office über. Das Management ihrer Wald- und Agrarinvestments übernimmt die Bank selbst.

Unterdessen hat die Bank Anzeige wegen Untreue gegen den ehemaligen Niederlassungsleiter in Bremen erstattet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Dem Leiter wird vorgeworfen, Gelder von Kundenkonten gestohlen zu haben. Den Ermittlern liegen Hinweise vor, dass so insgesamt 400.000 Euro auf private Konten des Niederlassungsleiters geflossen sein könnten.