Hendrik Riehmer, persönlich haftender Gesellschafter bei Berenberg, schaut gerne Liebesfilme mit Happy End. Das verriet er dem Manager Magazin 2017. Sein eigenes Leben liest sich seit Abschluss der Ausbildung zum Bankkaufmann wie eine Erfolgsgeschichte mit Höhen und Tiefen – und einer großen Liebe in der Hauptrolle. Die Auserwählte ist Deutschlands älteste Privatbank.
Im Drehbuch war eigentlich immer ein Happy End vorgesehen. Doch – Stand heute – ist Riehmer kurz vor dem „happily ever after“ gescheitert. Die Finanzaufsicht Bafin ordnete eine neue Führung an. Die Befugnisse der drei persönlich haftenden Berenberg-Gesellschafter, also auch die Riehmers, wurden mit sofortiger Wirkung zum Ruhen gebracht.
2017 unterschrieb Riehmer einen Achtjahresvertrag. Danach, so schrieb das Manager Magazin kurz nach der Unterschrift, wolle er gern noch ein paar Jährchen dranhängen – aber eigentlich nicht länger als bis zu seinem Sechzigsten. Am 20. Juli wird Riehmer 58. Das Ziel wäre im Sommer 2028 erreicht gewesen.
Nach dem Austritt aus der operativen Geschäftsleitung hätte er nur noch alle paar Jahre über neue Geschäftsleiter abstimmen müssen, welche die Geschicke von Berenberg ertragssteigernd lenken sollten. Mit vielen Wechseln wäre nicht zu rechnen gewesen: Seit der Gründung 1590 hatte die Privatbank nur 40 Geschäftsführer (persönlich haftende Gesellschafter), wie das Unternehmen 2026 schreibt. Das ist im Schnitt alle zehn Jahre einer.
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Hendrik Riehmer, persönlich haftender Gesellschafter bei Berenberg, schaut gerne Liebesfilme mit Happy End. Das verriet er dem Manager Magazin 2017. Sein eigenes Leben liest sich seit Abschluss der Ausbildung zum Bankkaufmann wie eine Erfolgsgeschichte mit Höhen und Tiefen – und einer großen Liebe in der Hauptrolle. Die Auserwählte ist Deutschlands älteste Privatbank.
Im Drehbuch war eigentlich immer ein Happy End vorgesehen. Doch – Stand heute – ist Riehmer kurz vor dem „happily ever after“ gescheitert. Die Finanzaufsicht Bafin ordnete eine neue Führung an. Die Befugnisse der drei persönlich haftenden Berenberg-Gesellschafter, also auch die Riehmers, wurden mit sofortiger Wirkung zum Ruhen gebracht.
2017 unterschrieb Riehmer einen Achtjahresvertrag. Danach, so schrieb das Manager Magazin kurz nach der Unterschrift, wolle er gern noch ein paar Jährchen dranhängen – aber eigentlich nicht länger als bis zu seinem Sechzigsten. Am 20. Juli wird Riehmer 58. Das Ziel wäre im Sommer 2028 erreicht gewesen.
Nach dem Austritt aus der operativen Geschäftsleitung hätte er nur noch alle paar Jahre über neue Geschäftsleiter abstimmen müssen, welche die Geschicke von Berenberg ertragssteigernd lenken sollten. Mit vielen Wechseln wäre nicht zu rechnen gewesen: Seit der Gründung 1590 hatte die Privatbank nur 40 Geschäftsführer (persönlich haftende Gesellschafter), wie das Unternehmen 2026 schreibt. Das ist im Schnitt alle zehn Jahre einer.
Für den Herbst seines Lebens hatte der Banker bereits einige Ideen. Beispielsweise wird ihm nachgesagt, einen grünen Daumen zu haben. Die Neugestaltung eines Parks, in den eine herrschaftliche Villa eingebettet liegt, könne er sich vorstellen, so Riehmer. Die britische Countryside nannte er dem Manager Magazin – also vielleicht in den idyllischen Cotswolds oder den South Downs in Großbritannien. Auf den begehrtesten Golfplätzen des Globus ist er ohnehin seit Jahren zu Hause, auch auf dem Trump International West Palm Beach – zu dessen Mitgliedern er weiterhin zählen soll. Wer hätte das gedacht, als der junge Riehmer in den Achtzigerjahren hinter dem Sparkassenschalter Geld auszahlte.
Ein kleiner Junge träumt von der Börse
Auf dem Tisch des Großvaters sah er als kleiner Junge die Börsenzeitschrift Effecten-Spiegel liegen – der Großvater hatte bei der Deutschen Ueberseeischen Bank gearbeitet. Riehmer hatte sein Vorbild gefunden, und es war nicht sein Vater, der als Anwalt für Seerecht tätig war. Riehmer Junior wollte auch mit Aktien handeln. Ende 1988 startete er seine Ausbildung bei der Hamburger Sparkasse. Das Angebot, im Anschluss an seine Ausbildung hinter dem Schalter der Bank zu arbeiten, lehnte er selbstbewusst ab.
Über einen Hockeykollegen bekam er die Möglichkeit, bei Berenberg einzusteigen. Riehmer nahm nicht an. Er traute sich die englischsprachige Kommunikation nicht zu. Nach Monaten der Arbeitslosigkeit bewarb er sich 1990 erneut bei der Hamburger Privatbank. Riehmer hatte die Zeit genutzt, um sein Englisch im Selbststudium zu verbessern. Laut Manager Magazin auch, indem er täglich das Wall Street Journal übersetzte.
Hockey als Karriere-Turbo
Der damalige Geschäftsführer Claus-Günther Budelmann hatte Not am Mann. Er wollte das Hockeyteam der Bank aufpolieren. Und Budelmann wusste als Schatzmeister im hanseatischen Club an der Alster aus erster Hand, dass Riehmer ein begnadeter Hockeyspieler war.
Riehmer stieg schließlich 1990 als Kundenbetreuer für Auslandskunden im institutionellen Asset Management ein. Er sprach jetzt gut genug Englisch. Doch der Anfang war steinig. Riehmer erinnerte sich gegenüber dem Manager Magazin an die Reaktion institutioneller Anleger: „Da haben dann 80 von 100 direkt gesagt: ‚I don't do fucking European stocks!' und aufgelegt.“ Doch: „Ein paar fanden mich gut und wurden meine Kunden.“