Anleger in Private Markets erwarten eine verbesserte Liquidität über verschiedene Exit-Kanäle. Die Stimmung für Real Assets-Strategien ist besonders positiv, während die meisten institutionellen Investoren ihre Zielallokationen noch nicht erreicht haben.
Für die globale Studie „Turning the Corner?" befragte Goldman Sachs Asset Management (GSAM) rund 250 Asset Manager (General Partners/GPs) und institutionelle Investoren (Limited Partners/LPs). Das zentrale Ergebnis: Das Sentiment in den privaten Märkten erweist sich als widerstandsfähig, der Optimismus bei Real Assets-Strategien ist besonders stark ausgeprägt. Derzeit halten mehr LPs eine Unter- als eine Übergewichtung in alternativen Anlagen und erweitern ihre Programme um neue Strategien und innovative Strukturen.
Matt Gibson, Global Head of the Client Solutions Group bei GSAM, beobachtet eine zunehmende Bündelung: „Kapitalgeber mit etablierten Programmen konzentrieren ihre Aktivitäten verstärkt bei bereits bestehenden Managern, häufig über Co-Investments und maßgeschneiderte Lösungen. Gleichzeitig identifizieren sie gezielt neue Manager, die in spezifischen Strategien einen eigenständigen Alpha-Beitrag generieren können." Die Zunahme neuer Manager im vergangenen Zyklus und zusätzliche Fondsauflagen hätten den Wettbewerb im Fundraising deutlich verschärft. „LPs agieren selektiver denn je; Wertschöpfung wird künftig der entscheidende Erfolgsfaktor sein."
Infrastruktur führt die Performance-Erwartungen an
Die Investoren rechnen im kommenden Jahr mit gleichbleibender oder besserer Performance: bei Infrastruktur erwarten dies 93 Prozent, bei Private Equity 82 Prozent, bei Immobilien 81 Prozent und bei Private Credit 70 Prozent.
Tavis Cannell, Global Head of Infrastructure bei Goldman Sachs Alternatives, sieht strukturelle Rückenwinde: „Infrastruktur profitiert vom hohen Volumen benötigter staatlicher und privater Investitionen – sowohl für die Erneuerung alternder Anlagen als auch für den Aufbau neuer Infrastruktur." Besonders interessant seien Investments im Zusammenhang mit KI und Digitalisierung, Energieerzeugung und -übertragung, veränderten globalen Handelsstrukturen sowie Abfall- und Wassermanagement. „Diese Anlageklasse blickt auf eine über 20-jährige Erfolgsgeschichte bei Resilienz und Inflationsschutz zurück. Sie bietet Investoren nun Zugang zur nächsten Wachstumswelle – insbesondere im Mid-Market, wo aktives Eigentum und gezielte Wertschöpfung erhebliches Potenzial freisetzen kann."
Auch der Immobiliensektor zeigt verbesserte Stimmung. Jim Garman, Global Head of Real Estate bei GSAM: „Nach drei disruptiven Jahren eröffnen sich Möglichkeiten, da sich Bewertungen und Transaktionsvolumina stabilisieren." Mit attraktivem Einkommenspotenzial und geringer Korrelation zu anderen Anlageklassen wirkten Immobilienkapitalanlagen überzeugend – allerdings bleibe die Auswahl von Sektor und Objekt entscheidend.
Bewertungen dominieren, Exit-Aktivität soll deutlich steigen
Die richtige Eingangsbewertung stellt für GPs das wichtigste Thema bei Neuinvestitionen dar: 63 Prozent nennen sie als entscheidenden Faktor. Auch bei Exits sehen 60 Prozent Bewertungen als Hauptproblem, nur übertroffen von makroökonomischer Unsicherheit.
Dennoch rechnen die GPs mit einem deutlichen Anstieg traditioneller Exits. 80 Prozent planen Verkäufe an Strategen – gegenüber 56 Prozent im Jahr 2024. Verkäufe an andere Finanzinvestoren planen 70 Prozent, nach 42 Prozent im Vorjahr. Zudem glauben inzwischen 63 Prozent, dass sie im kommenden Jahr zumindest teilweise auf Börsengänge zur Liquiditätsgenerierung setzen – ein deutlicher Anstieg gegenüber 35 Prozent im Vorjahr.
Michael Bruun, Global Co-Head of Private Equity bei GSAM, sieht günstigere Bedingungen: „Die Bewertungen bleiben hoch, doch dank starker Kapitalmärkte und wieder gesunkener Finanzierungskosten erscheinen uns die Bedingungen für Transaktionen günstiger." Die Bedeutung echter Wertschöpfung und operativer Widerstandsfähigkeit sei im vergangenen Zyklus noch deutlicher geworden. „Die stärksten Unternehmen ziehen inzwischen sowohl das Interesse strategischer Käufer als auch von Käufern im Aktienmarkt auf sich."
Jeff Fine, Global Co-Head of Alternative Capital Formation bei GSAM, ergänzt: „Angesichts der hohen Bewertungen werden die Renditen künftig vor allem durch Umsatzwachstum, Margeneffizienz sowie daten- und KI-getriebene Innovationen bestimmt." Zudem werde ein tiefes Verständnis für das makroökonomische Umfeld und geopolitische Entwicklungen immer wichtiger, um Chancen zu nutzen und Risiken zu minimieren.
