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Es gibt eine alte Schwäche großer Fondsgesellschaften: Wer als Kunde sowohl einen aktiven Fonds als auch einen ETF und dazu noch ein Private-Markets-Produkt kaufen will, landet nicht selten bei drei verschiedenen Ansprechpartnern. Die Logik dahinter ist produktorientiert, nicht kundenorientiert. Die DWS bricht mit ihr.
Zum 1. Juni richtet der Frankfurter Asset Manager seinen gesamten Client-Coverage-Bereich neu aus – nicht mehr entlang von Assetklassen, sondern entlang von Kundensegmenten. Das geht aus einer internen Bekanntmachung hervor, die an die Belegschaft verschickt wurde. Zwei neue „Coverage Business Heads" übernehmen jeweils die globale Verantwortung für eines der künftigen Kernsegmente: Private Wealth und Institutional.
Simon Klein übernimmt Wholesale-Geschäft weltweit
Die globale Verantwortung für das Private-Wealth-Segment – branchenweit meist als „Wholesale" bezeichnet, gemeint ist der Vertrieb über Intermediäre – übernimmt Simon Klein. Er ist seit gut 13 Jahren bei der DWS und leitet zusätzlich seit sechs Jahren den weltweiten Vertrieb der ETF-Marke Xtrackers.
Unter Klein formiert sich ein Global Leadership Team. Stefan Vollmer bleibt Leiter des deutschen Wholesale-Vertriebs, den er vor zwei Jahren übernommen hatte. Hepsen Uzcan verantwortet weiterhin das Americas Wealth Business – in ihrer Rolle als DWS Americas CEO berichtet sie künftig zusätzlich an Vincenzo Vedda, der für die DWS nach New York zieht. Das Xtrackers Sales Leadership Team bleibt in allen Regionen unverändert.
Alexia Giugni führt das institutionelle Geschäft
Das institutionelle Geschäft über alle Assetklassen und Regionen verantwortet künftig Alexia Giugni, die seit 2018 bei der DWS ist und zuletzt das Wholesale-Geschäft in der EMEA-Region außerhalb Deutschlands leitete. Auch ihr Segment erhält ein Global Leadership Team: Die Institutional-Coverage in Deutschland bleibt in unveränderter Führung, JJ Wilczewski leitet weiterhin das Americas-Geschäft. Vanessa Wang verantwortet das APAC-Segment und berichtet in ihrer Funktion als DWS APAC Regional Head weiterhin an Rafael Otero. Chuck Fiedler leitet das Spezialistenteam für Alternatives, Sebastian Schiele das Xtrackers-Mandates-Team.
Strukturwandel unter Druck
Die Neuaufstellung folgt einer Entwicklung, die die gesamte Branche erfasst: Aktive Fonds, ETFs und alternative Investments wachsen produktseitig zusammen und die Nachfrage institutioneller wie privater Großanleger läuft zunehmend quer durch alle Assetklassen. Eine Vertriebsstruktur, die an Produktgrenzen orientiert ist, erzeugt in diesem Umfeld Reibung.
Die Vertriebsneuaufstellung ist dabei nicht isoliert zu sehen. Vor Kurzem hatte die DWS ihr Executive Board umstrukturiert. Dirk Goergen, der bislang die globale Kundenbetreuung verantwortete, übernimmt ebenfalls zum 1. Juni die neu geschaffene Position des Chief Commercial Officer (CCO). Als CCO erhält er künftig zusätzlich die End-to-End-Verantwortung für die Erträge der DWS sowie die Aufsicht über das Divisional Control Office (DCO).
Der Umbau fällt in eine Phase, in der das Haus auch auf Konzernebene enger an die Muttergesellschaft heranrückt. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank hatte beschlossen, DWS-Chef Stefan Hoops zum 1. Mai zusätzlich in den Vorstand der Deutschen Bank zu berufen, wo er die Verantwortung für das Segment Asset Management übernimmt. Die DWS bleibt dabei eine separat börsennotierte Gesellschaft mit eigener Strategie und eigener Governance. Das verwaltete Kundenvermögen überstieg zuletzt die Marke von einer Billion Euro.