BDI-Studie Ukraine-Krise belastet deutsche Familienunternehmen

Deutschlands große Familienunternehmen sorgen sich um die Geopolitik. Mehr als die Hälfte der in einer Studie befragten Unternehmen erwartet in den nächsten zwölf Monaten negative Konsequenzen durch die Ukraine-Krise.

Das zeigt eine Umfrage unter Deutschlands 400 größten Familienunternehmen, die der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), die Deutsche Bank und das Institut für Mittelstandsforschung am 18. Mai in Berlin vorstellen werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war jüngst anlässlich einer Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag des Sieges über Hitler-Deutschland in Moskau. Im Zuge ihres Besuchs traf sie sich auch mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Eine Lockerung der EU-Sanktionen gegen Russland ist im Zuge des Besuches in Moskau nicht in Sicht.

67 Prozent der befragten Unternehmer befürchten rückläufige Umsätze durch die EU-Sanktionen. BDI-Vizepräsidentin Ingeborg Neumann stellt sich dennoch hinter die Sanktionspolitik: „Es gilt der Primat der Politik, und deshalb tragen wir die Sanktionen mit.“

Mit Blick auf die kommenden drei Jahre erwarten die Befragten, dass die USA zum wichtigsten Exportland werden. Bereits heute sind 45 Prozent der großen Familienunternehmen auf dem US-Markt tätig. Noch wird die Export-Rangliste jedoch von Frankreich angeführt, gefolgt von den USA und China.

„Die Politik muss deshalb alles daran setzen, die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen mit den USA zügig zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen“, forderte Neumann.

74 Prozent der Befragten hoffen im Zuge des geplanten Freihandelsabkommens auf Erleichterungen vor allem bei den Zöllen. 66 Prozent setzen auf einen Vorteil bei der gegenseitige Anerkennung oder Vereinheitlichung bei Test-, Zulassungs- und Zertifizierungsverfahren.


Quelle: Bloomberg