Umfrage zur betrieblicheb Altersvorsorge Deutsche Firmen kämpfen mit Verwaltungsaufwand bei der bAV

Ira Guttenberg, Director Retirement bei WTW

Ira Guttenberg ist Director Retirement bei WTW Bildquelle: WTW

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Die betriebliche Altersvorsorge entwickelt sich zum strategischen Instrument im Wettbewerb um Fachkräfte. Das zeigt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung WTW. Demnach sehen 75 Prozent der deutschen Unternehmen das Hauptziel der bAV darin, Talente zu gewinnen, zu binden und ein angemessenes Einkommen im Ruhestand zu sichern. Gleichzeitig kämpfen die Firmen mit der Komplexität der Umsetzung.

Für die WTW-Studie wurden zwischen Mai und Juli 2025 insgesamt 466 Unternehmen in zehn europäischen Ländern befragt, die zusammen mehr als 900.000 Mitarbeiter repräsentieren. In Deutschland nahmen 65 Unternehmen mit über 270.000 Beschäftigten teil. 

Deutscher Sonderweg: Verwaltung vor Mitarbeitererfahrung

Die Prioritäten deutscher Unternehmen weichen teilweise deutlich vom europäischen Trend ab. Während die Verbesserung der Mitarbeitererfahrung europaweit mit 60 Prozent die Liste anführt, kämpfen deutsche Firmen vor allem mit der Komplexität der Umsetzung. Die Reduzierung des Verwaltungsaufwands – europaweit nur auf Platz fünf mit 43 Prozent – steht hierzulande an erster Stelle.

Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen in Deutschland sieht große Herausforderungen bei der operativen Umsetzung der bAV. Die Ursache: die Vielzahl der Durchführungswege macht das deutsche System besonders komplex. „Entsprechend hoch ist der Wunsch, Prozesse zu verschlanken“, sagt Ira Guttenberg, Director Retirement bei WTW.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen will zudem Kosten und Bilanzrisiken reduzieren. Eine stärkere Ausfinanzierung bestehender Verpflichtungen und eine gezieltere Steuerung der Kapitalanlage stehen ebenfalls weit oben auf der Agenda.

Digitalisierung und persönliche Beratung im Fokus

Um die bAV attraktiver zu machen, setzen Unternehmen auf zwei Säulen: 55 Prozent wollen den Einsatz von Online-Portalen und digitalen Tools fördern. Fast jedes zweite Unternehmen plant zudem, Einzelgespräche zur persönlichen Planung der Altersvorsorge anzubieten. „Unternehmen wollen, dass ihre Beschäftigten die bAV besser verstehen und aktiver nutzen", so Guttenberg.

 

Die Studie identifiziert vier zentrale Handlungsfelder: eine bessere Mitarbeitererfahrung, die Berücksichtigung der Mitarbeiterbedürfnisse, ein wirksames Risikomanagement sowie die Reduzierung administrativer Aufwände.

Große Wissenslücken bei Beschäftigten

Ein Problem bleibt die mangelnde Aufklärung der Mitarbeiter. Nur 17 Prozent der Unternehmen in Deutschland gehen davon aus, dass ihre Beschäftigten wissen, wie viel sie für die Rente vorsorgen müssen. Im europäischen Schnitt sind es immerhin 23 Prozent. „Hier können Unternehmen mit klarer Kommunikation und gezielter Beratung entscheidend dazu beitragen, Versorgungslücken zu schließen", betont Hanne Borst, Head of Retirement bei WTW Deutschland.


Die vollständige Studie finden Sie hier. 

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