Banking Technology Vision 2018 Banken investieren zu wenig in ihre Datenqualität

Deckblatt der Accenture-Studie Banking Technology Vision 2018, die jedes Jahr die wichtigsten Technologietrends mit Disruptionspotenzial für die Bankenbranche ermittelt. | © Accenture

Deckblatt der Accenture-Studie Banking Technology Vision 2018, die jedes Jahr die wichtigsten Technologietrends mit Disruptionspotenzial für die Bankenbranche ermittelt. Foto: Accenture

Vier von fünf Bankmitarbeiter nutzen Daten, um kritische und strategische Entscheidungen zu treffen. Banken verwalten zwar seit je her große Mengen vertraulicher Daten, im Zuge der Digitalisierung werde deren Rolle jedoch immer wichtiger. Doch obwohl die Mehrheit Bankmitarbeiter weltweit von der Integrität ihrer Datenquellen überzeugt ist (94 Prozent), tut die Hälfte der Banker nicht genug, um die Qualität ihrer Daten zu validieren und so den erforderlichen Standard sicherzustellen. Das ist ein Ergebnis der Studie „Banking Technology Vision“ des Beratungsunternehmens Accenture.

Konkret werden laut Studie in der täglichen Arbeit häufig zusätzliche, unstrukturierte Daten aus externen Quellen wie Social Media oder Datenbanken herangezogen. Insbesondere mögliche Risiken durch Fake-Daten oder externe Manipulationen sehen die Befragten mit 78 Prozent mehrheitlich als Gefahr. In Deutschland teilen sogar 93 Prozent der befragten Bankmitarbeiter diese Einschätzung.

Global investiert die Hälfte der befragten Banken (51 Prozent) zu wenig in die Überprüfung ihrer Daten. Das sei ungünstig, denn gerade Künstliche Intelligenz (KI) werde die Finanzbranche als Schlüsseltechnologie zukünftig signifikant prägen und erfordere von Banken deutliche Verbesserungen bei der gewissenhaften Überprüfung ihrer Datenquellen.

Um jedoch Fehlentscheidungen aufgrund von ungenauen oder gar manipulierten Daten zu vermeiden und das Vertrauen von Kunden und Regulatoren zu halten, werden für Banken die Datenqualität sowie die Transparenz automatisierter Prozesse erfolgskritisch sein.  „Gerade vor dem Hintergrund des vermehrten Einzugs von KI machen ungenaue und ungeprüfte Daten Banken anfällig für falsche Schlussfolgerungen, die schließlich zu Fehlentscheidungen führen können“, so Christian Altrock, Geschäftsführer bei Accenture und Leiter des Bereiches Banken. „Banken müssen diese Schwachstelle korrigieren, indem sie die Herkunft ihrer Datengrundlage von Anfang an überprüfen.“

Algorithmen als Kollegen und Kundenbetreuer in Banken 

Die Mehrheit der weltweit befragten Bankmitarbeiter (79 Prozent) glaubt, dass Menschen in den nächsten zwei Jahren mit KI als Kollegen zusammenarbeiten werden. Im deutschen Markt ist diese Ansicht mit 83 Prozent der Befragten sogar etwas weiterverbreitet. Allerdings äußerten sich alle Befragten besorgt darüber, wie KI Entscheidungen trifft und ob dies gesetzlichen und ethischen Standards entspricht.

Entscheidungsprozesse von KI-Systemen dürften keine Blackbox sein, so Altrock. „Banken müssen hier die gleiche Überprüfbarkeit bieten, wie bei jedem anderen Mitarbeiter. Die Grundlage für KI-Anwendungen müssen valide Daten sein.“