Bankhaus Vontobel Reaktion auf Meriten-Verkauf

Der Vorstandsvorsitzender des Bankhauses Vontobel, Zeno Staub, muss sich nach weiteren Übernahmekandidaten umschauen

Der Vorstandsvorsitzender des Bankhauses Vontobel, Zeno Staub, muss sich nach weiteren Übernahmekandidaten umschauen

Die Bank Vontobel befand sich selbst in Übernahmegesprächen für die Fondsboutique Meriten Investment Management, als die französische Finanzgruppe Oddo & Cie. verkündet, die Düsseldorfer Boutique gekauft zu haben. Nur wenige Stunde nach der Bekanntmachung wollte das Schweizer Bankhaus zumindest Stellung nehmen. Man nehme den Verkauf von Meriten an eine Drittpartei zur Kenntnis. Die Gespräche zwischen Vontobel und Bank of New York Mellon gälten damit als beendet.

Die knapp 30 Milliarden Euro an Kundendepots von Meriten hätten gut zur Asset-Management-Sparte von Vontobel gepasst. Denn damit hätte das Schweizer Institut nicht nur einen Quantensprung vollziehen können, sondern gleich auch noch die Abhängigkeit von seinem Star-Fondsmanager Rajiv Jain etwas verringern können.

Hintergrund

Vontobel-Chef Zeno Staub hatte seit längerem erklärt, über Zukäufe wachsen zu wollen. Ende März hatte Vontobel verkündet, die britische Boutique Twentyfour Asset Management übernommen zu haben. Gleichzeitig berichtete man über die Meriten-Kaufgespräche mit der Bank of New York Mellon, der Mutterkonzern der Fondsboutique.

Dass diese gescheitert sind, ändere aber nichts an der Strategie. „Die für das Private Banking und das Asset Management definierten Akquisitionskriterien bleiben unverändert“, heißt es in der gestrigen Vontobel-Mitteilung.