Ex-Handelsbank-CEO und Wirtschaftsprüferin Bankhaus von der Heydt hat eine neue Doppelspitze

Sitz des Bankhaus von der Heydt an der Widenmayerstraße in München

Sitz des Bankhaus von der Heydt an der Widenmayerstraße in München: Die Privatbank hat seit 1. August eine neue Geschäftsführung. Foto: imago images/Peter Seyfferth

Der neue von-der-Heydt-Geschäftsführer Frank Schlaberg verkündete selbst in einem Beitrag auf Linkedin, dass er gemeinsam mit Corinna Linner seit 1. August für die strategische Weiterentwicklung der Privatbank verantwortlich ist: „Eine außerordentlich spannende Aufgabe – denn das Bankhaus von der Heydt ist gleichermaßen als historisches Traditionsinstitut und Fintech bekannt. Neue Technologien wie Blockchain und Dienstleistungen rund um Kryptowährungen stehen hier im Fokus.“

Das Bankhaus äußerte sich bis dahin nicht zu dem Wechsel an der Spitze. Linner und Schlaberg werden aber bereits im Impressum der Homepage als Geschäftsführer genannt. Schlaberg war seit August 2019 stellvertretender Geschäftsführer bei der Deutschen Handelsbank, die auf die Finanzierung von Start-ups spezialisiert ist. Zuvor war der Manager unter anderem für das Bremer Bankhaus Neelmeyer, die Hypovereinsbank und Sal. Oppenheim tätig.

Mit Corinna Linner komplettiert eine Wirtschaftsprüferin die neue Geschäftsleitung bei von der Heydt. Linner gründete 2011 ihre eigene Kanzlei Linner Wirtschaftsprüfung, nachdem sie knapp drei Jahre als Vorständin für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rölfs Partner verantwortlich war. 2009 wurde sie als Sonderbeauftragte für den Umbau der in Folge der Finanzkrise in Schieflage geratenen BayernLB berufen. Anfang der 2000er Jahre war Linner als Konzernleiterin Bilanzen und Steuern bei der Commerzbank tätig.

 

 

Die bisherigen Geschäftsführer Thomas Damschen und Philipp Doppelhammer sind Ende Juli ausgeschieden. Damschen war seit Oktober 2013 Mitglied der Geschäftsleitung. Zusammen mit Doppelhammer, ab Januar 2019 Finanzvorstand, bildete er das Führungsduo des Instituts, das dem Münchner Anwalt und einstigen Kanam-Gründungsgesellschafter Dietrich von Boetticher gehört.

Geplatzte Übernahme durch Krypto-Plattform Bitmex

Das 1754 gegründete Bankhaus von der Heydt war eine der ersten Banken in Deutschland, die Blockchain-Dienstleistungen angeboten hat und setzte bei der Entwicklung seines Geschäftsmodells zuletzt stark auf das Angebot von digitalen Vermögenswerten und Krypto-Dienstleistungen. Im Frühjahr war die geplante Übernahme des Bankhauses von der Heydt durch die Kryptobörse Bitmex geplatzt. Die Handelsplattform wollte durch die Übernahme ein voll regulierter Anlaufpunkt für Kryptoprodukte werden.