EU-Taxonomie Banken sind vorbereitet, fürchten aber Zeitdruck

Windkraft auf norddeutschen Wiesen

Windkraft auf norddeutschen Wiesen: Die EU-Taxonomie umfasst bislang insbesondere ökologische Aspekte. Foto: imago images / penofoto

In der Bankenbranche sind das Thema Nachhaltigkeit und die dazugehörende Regulierung weitgehend angekommen: Rund sechs von zehn Instituten beschäftigen sich bereits intensiv mit der neuen EU-Taxonomie oder berücksichtigen das Thema in ihrer Strategie. Das ist eines der Ergebnisse der Studie „EU-Taxonomie: Regeln für die grüne Zukunft“, die von der Unternehmensberatung Cofinpro und VÖB-Service durchgeführt wurde und für die knapp 160 Finanzdienstleister, vornehmlich Banken, befragt wurden. Insgesamt haben mehr als 90 Prozent der Befragten das Thema auf der Watchlist.

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  Quelle: Cofinpro/VÖB-Service

Das heißt aber noch nicht, dass bei der Umsetzung der Regulierung alles glatt laufen wird. Denn bis Ende 2021 soll Phase 1 des Klassifikationssystems umgesetzt sein. Etwa die Hälfte der Befragten rechnet damit, dass sie länger braucht.

Die Auswirkungen der Taxonomie-Umsetzungen bewerten die Studienteilnehmer mehrheitlich positiv. Ein Drittel betrachtet die Effekte für das eigene Geschäftsmodell als positiv oder eher positiv. 72 Prozent erkennen darin strategisches Potenzial für ihr Unternehmen. Chancen werden vor allem durch die Verbesserung des eigenen Images durch nachhaltige Aktivitäten sowie durch die Erschließung neuer Kundengruppen gesehen. Zudem sehen zwei Drittel der Befragten Risiken, insbesondere Reputationsrisiken, aber auch bei der Kundenbindung, falls die EU-Taxonomie nur unzureichend in der Strategie berücksichtigt wird.

Kein wirksames Mittel gegen Greenwashing

Und wie wird die Taxonomie allgemein bewertet? 85 Prozent glauben, dass für die Finanzierung grüner Projekte respektive Unternehmen oder die Ausgabe von Green Bonds künftig einheitliche Regeln anwendbar sind. Genauso viele erwarten jedoch, dass sie ein Kostentreiber für regulatorische Anforderungen und Datenerhebungen ist. Und etwas Skepsis ist auch vorhanden: Mehr als jeder zweite Befragte glaubt nicht, dass die Taxonomie das Problem Greenwashing löst.