McKinsey-Studie Banken profitabel wie lange nicht – auch dank Wealth Management

Die Bankentürme Frankfurts ragen aus einem dichten Nebelfeld heraus

Die Bankentürme Frankfurts ragen aus einem dichten Nebelfeld heraus: Die internationalen Geldhäuser taten sich zuletzt mit einer besonders guten Ertragslage hervor. Foto: Imago Images / Jan Eifert

Wealth Management als Wachstumstreiber: Der Bankensektor feiert derzeit ein Comeback. Die Institute sind so profitabel, wie sie es schon seit 2007 nicht mehr waren. Weltweit liegt die Eigenkapitalrendite zwischen 11,5 und 12,5 Prozent.  Hauptgrund dafür ist der Anstieg der Zinsen, durch den die Banken höhere Margen erzielen konnten. Ihre Erträge werden die Banken in diesem Jahr global auch deshalb um 345 Milliarden US-Dollar auf dann insgesamt 6,5 Billionen Dollar steigern. 

Investmentbanking schrumpft, Wealth Management überzeugt

In Deutschland liegt die durchschnittliche Eigenkapitalrendite aber deutlich unter dem globalen Durchschnitt. Zwar rangiert sie mit 5 Prozent ebenfalls über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre, mit der Ertragskraft internationaler Banken können es die deutschen Institute allerdings nicht aufnehmen. „Trotz des Aufwinds durch die gestiegenen Zinsen muss der Bankensektor die an vielen Stellen gestartete Transformation weiter vorantreiben“, erklärt Max Flötotto, Senior Partner und Leiter der Banken-Beratung bei McKinsey in Deutschland und Österreich. „Angebote müssen digitalisiert und fokussiert sowie die Fähigkeiten des Personals weiterentwickelt werden, um Resilienz und Wachstum sicherzustellen – insbesondere angesichts der aktuellen Herausforderungen.“

Beim Blick auf die einzelnen Geschäftsfelder waren zuletzt fast nur positive Geschäftsentwicklungen festzustellen, einzig das in den Vorjahren starke Investmentbanking verzeichnete im weltweiten Durchschnitt einen Ertragsrückgang von 7 Prozent. Das Wealth Management entwickelte sich von allen Sparten am besten: Mit 8 Prozent Zuwachs wurde das durchschnittliche Wachstum zuletzt verdoppelt.

 

Die durchschnittlichen Eigenkapitalquoten liegen zwischen 14 und 15 Prozent. Eine Ertragschance sehen die McKinsey-Analysten bei nachhaltigen Finanzen: Um Klimaneutralität zu erreichen, könne sich bis 2030 allein durch Direktfinanzierungen ein jährliches Finanzierungspotenzial von 820 Milliarden Dollar ergeben. Hinzu kommen weitere Finanzierungen für Unternehmen in Höhe von insgesamt 1,5 Billionen Dollar bis 2030. Vor allem eine Region sei gut darauf vorbereitet, erklärt Susanne Maurenbrecher, Partnerin bei McKinsey und ESG-Expertin: „Insbesondere die europäischen und auch die deutschen Banken sind beim Thema Sustainable Finance sehr gut positioniert, um vom großen Wachstumspotenzial durch den Finanzierungsbedarf für den Übergang in eine nachhaltige Wirtschaft zu profitieren.“ 

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