Verschärfter Personalmangel Deutsche Banken wollen 65.000 Stellen besetzen

Kunden und Kundinnen warten vor einer Bankfiliale

Kunden und Kundinnen warten vor einer Bankfiliale: Weil Mitarbeitende fehlen, bilden sich an den verbleibenden Niederlassungen hin und wieder auch Schlangen. Foto: Imago Images / Gottfried Czepluch

Im ersten Halbjahr haben deutsche Banken über 65.000 offene Stellen ausgeschrieben – 81 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das berichtet das Handelsblatt (Bezahlschranke), das sich auf eine Auswertung der Personalmarktforschung beruft. Allerdings fehlen den Banken nicht nur Angestellte aus dem Bereich Controlling und IT, die auch in anderen Branchen händeringend gesucht werden.

 

So sei mit knapp 22.000 offen Stellen der größte Anteil der ausgeschriebenen Jobs zwar auf das Finanz- und Rechnungswesen sowie das Controlling und die Versicherung aufzuteilen. Doch auch im Vertrieb und Verkauf (10.974), Unternehmensführung und Management (7033), IT und Telekommunikation (5732), Sekretariat und Verwaltung (5578) sowie Organisation und Projektmanagement (5043) sind laut Handelsblatt Stellen offen.

Auch verweist das Handelsblatt im Artikel darauf, dass weder die Digitalisierung noch die massenhaften Filialschließungen der Banken das Problem lindern würden, da der Beratungsbedarf größtenteils gleich bleibe und sich nur auf andere Kanäle verlagere. Der demografische Wandel führe weiterhin dazu, dass mehr Bankmitarbeitende in Ruhestand gehen, als dass neue Mitarbeitende bei den Banken beginnen. Auch hätten die Banken in der Vergangenheit zu wenig ausgebildet. Einer Handelsblatt-Umfrage nach spüren fast alle Banken den Druck auf dem Arbeitsmarkt.

Grenzübergreifende Personalsuche und attraktivere Ausbildungen sollen helfen

Um den Mangel zu lindern, setzen die Banken neben besseren Personalmaßnahmen wie flexiblen Arbeitsmodellen auch darauf, in der Zukunft mehr junge Menschen für eine Ausbildung zu begeistern. Deswegen seien auch die Tarifgehalte zuletzt deutlich gestiegen. Eine weitere Maßnahme, um dem Problem entgegenzutreten, ist laut Handelsblatt die Anwerbung von Mitarbeitenden aus dem Ausland, die für die Banken Service-Dienstleistungen für die telefonische oder digitale Kundenbetreuung übernehmen könnten.