Ausgerechnet in dem Sektor, den institutionelle Investoren derzeit am stärksten nachfragen, schneidet der Standort Deutschland schlecht ab: Bei Infrastrukturinvestments bewerten Anleger das heimische Umfeld in keinem einzigen von acht untersuchten Segmenten besser als das Ausland (siehe Grafik weiter unten). Das ist eines der auffälligsten Ergebnisse des Investor Survey 2026, den der Bundesverband Alternative Investments (BAI) jetzt veröffentlicht hat. Für die Studie wurden im Juli und August 2026 insgesamt 105 institutionelle Investoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt – gemeinsam verwalten sie rund 2,9 Billionen Euro.
Insgesamt gehen nehmen alternative Investments jedoch in den Portfolios weiter an Gewicht zu. Ihr Anteil kletterte binnen eines Jahres von 30,3 auf 32,3 Prozent. Auch die Selbsteinschätzung der Marktteilnehmer hat sich weiterentwickelt: 72 Prozent der befragten Investoren stufen ihr Team inzwischen als (nahezu) Experten in Sachen Alternative Investments ein – ein neuer Höchstwert.
Infrastruktur im Ausland attraktiver als in Deutschland
Infrastructure Equity ist mit 84 Prozent Investorenanteil die am weitesten verbreitete alternative Anlageklasse im Survey (Vorjahr: 79 Prozent), begleitet vom höchsten Sentiment-Wert aller Kategorien: plus 1,28 Punkte. Sentiment- und Performance-Einschätzungen erfragt der BAI auf einer Skala von -3 (sehr negativ) bis +3 (sehr positiv); Werte über null sind entsprechend als positive, Werte darunter als negative Tendenz zu lesen.
Dieser Artikel richtet sich ausschließlich an professionelle Investoren. Bitte melden Sie sich daher einmal kurz an und machen einige berufliche Angaben. Geht ganz schnell und ist selbstverständlich kostenlos.
Ausgerechnet in dem Sektor, den institutionelle Investoren derzeit am stärksten nachfragen, schneidet der Standort Deutschland schlecht ab: Bei Infrastrukturinvestments bewerten Anleger das heimische Umfeld in keinem einzigen von acht untersuchten Segmenten besser als das Ausland (siehe Grafik weiter unten). Das ist eines der auffälligsten Ergebnisse des Investor Survey 2026, den der Bundesverband Alternative Investments (BAI) jetzt veröffentlicht hat. Für die Studie wurden im Juli und August 2026 insgesamt 105 institutionelle Investoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt – gemeinsam verwalten sie rund 2,9 Billionen Euro.
Insgesamt gehen nehmen alternative Investments jedoch in den Portfolios weiter an Gewicht zu. Ihr Anteil kletterte binnen eines Jahres von 30,3 auf 32,3 Prozent. Auch die Selbsteinschätzung der Marktteilnehmer hat sich weiterentwickelt: 72 Prozent der befragten Investoren stufen ihr Team inzwischen als (nahezu) Experten in Sachen Alternative Investments ein – ein neuer Höchstwert.
Infrastruktur im Ausland attraktiver als in Deutschland
Infrastructure Equity ist mit 84 Prozent Investorenanteil die am weitesten verbreitete alternative Anlageklasse im Survey (Vorjahr: 79 Prozent), begleitet vom höchsten Sentiment-Wert aller Kategorien: plus 1,28 Punkte. Sentiment- und Performance-Einschätzungen erfragt der BAI auf einer Skala von -3 (sehr negativ) bis +3 (sehr positiv); Werte über null sind entsprechend als positive, Werte darunter als negative Tendenz zu lesen.
Auch bei den Allokationsplänen liegt die Anlageklasse vorn: 46 Prozent der bereits investierten Anleger wollen aufstocken, lediglich 8 Prozent reduzieren – macht einen Netto-Saldo von plus 38 Prozentpunkten. Auch bei der rückblickenden Performance-Bewertung schneidet Infrastruktur mit plus 0,87 Punkten am besten von allen Anlageklassen ab.
Diese Nachfrage kommt beim Standort Deutschland allerdings kaum an. Der BAI ließ die Investoren acht Infrastruktursektoren jeweils separat für das In- und Ausland bewerten. Ergebnis: Der Inlandswert liegt in allen acht Sektoren unter dem Auslandswert, im Schnitt um rund 0,4 Punkte. Am deutlichsten fällt die Differenz bei Glasfasernetzen aus (-0,71 Punkte). Besonders auffällig: Photovoltaik wird im Inland mit -0,07 Punkten bewertet, Windkraft mit +0,06 Punkten – beide damit nahezu auf der Nulllinie, während beide Technologien im Ausland deutlich positiver eingeschätzt werden.
An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der unseren Artikel ergänzt. Sie können sich die externen Inhalte mit einem Klick anzeigen lassen. Die eingebundene externe Seite setzt, wenn Sie den Inhalt einblenden, selbstständig Cookies, worauf wir keinen Einfluss haben.
Externen Inhalt einmal anzeigen:
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt und Cookies von diesen Drittplattformen gesetzt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Studienautor Philipp Bunnenberg, Head of Alternative Markets beim BAI, ordnet den Befund so ein: „Institutionelle Investoren wollen mehr in Infrastruktur investieren, aber der Standort Deutschland profitiert davon nur eingeschränkt. Ausgerechnet die Bereiche, die für Energiewende und Digitalisierung zentral sind, gelten im eigenen Land als am wenigsten attraktiv. Die Umfrage zeigt deutlich, dass neue Gesetze allein dieses Bild nicht drehen werden. Entscheidend ist, dass die bereitgestellten Mittel in konkrete, investierbare Projekte fließen.“
Investoren vertiefen bestehende Positionen statt breiter zu streuen
Ein weiteres Ergebnis des Survey betrifft die Struktur der Portfolios: Statt neue Anlageklassen zu erschließen, bauen die meisten Investoren ihre bestehenden Positionen aus. Infrastructure Equity, Corporate Private Equity und Real Estate Equity bleiben mit 84, 82 und 76 Prozent Investorenanteil die drei am weitesten verbreiteten Anlageklassen. Auffällig ist zudem die Rückkehr von Hedge Funds und Liquid Alternatives: Der Investorenanteil stieg von 15 auf 21 Prozent und soll laut Planungen der Befragten in den kommenden zwölf Monaten auf 23 Prozent weiter zulegen. Kryptowährungen und tokenisierte Assets bleiben dagegen mit einem Investorenanteil von 3 Prozent ein Randthema.
An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der unseren Artikel ergänzt. Sie können sich die externen Inhalte mit einem Klick anzeigen lassen. Die eingebundene externe Seite setzt, wenn Sie den Inhalt einblenden, selbstständig Cookies, worauf wir keinen Einfluss haben.
Externen Inhalt einmal anzeigen:
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt und Cookies von diesen Drittplattformen gesetzt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Private Debt wächst gegen den eigenen Stimmungstrend
Ein besonderes Muster zeigt sich bei Corporate Private Debt: Die Anlageklasse gehört mit einem Netto-Allokationssaldo von plus 40 Prozentpunkten zu den am stärksten nachgefragten im gesamten Survey – 50 Prozent der investierten Anleger planen eine Aufstockung, nur 10 Prozent eine Reduzierung. Gleichzeitig ist die Stimmung gegenüber dem Marktumfeld eingebrochen: Der Sentiment-Wert fiel von 0,92 auf 0,22 Punkte, der stärkste Rückgang unter allen abgefragten Anlageklassen. Investoren bauen ihre Position also in einem Markt weiter aus, dessen Attraktivität sie selbst zunehmend skeptischer einschätzen.
Der BAI erklärt diesen Widerspruch mit einer Wahrnehmungslücke zwischen Marktteilnehmern: Wer bereits in Corporate Private Debt investiert ist, bewertet das Umfeld mit plus 0,41 Punkten deutlich positiver als Anleger ohne entsprechende Position (minus 0,53 Punkte) – ein Abstand von 0,94 Punkten. Der gesunkene Gesamtwert kommt also vor allem durch die kritischere Einschätzung der bislang nicht investierten Anleger zustande, während die bereits engagierten Investoren ihre Position aus einer positiveren Warte heraus weiter ausbauen.
Interessant ist die Entwicklung bei Corporate Private Equity: Diese Anlageklasse verzeichnet einen Zuwachs bei der Portfolioquote, von 6,1 auf 7,3 Prozent, während die rückblickende Performance-Bewertung von plus 0,76 auf nur noch plus 0,06 Punkte gesunken ist – ein Wert, der praktisch bei null und damit an der Grenze zur neutralen Einschätzung liegt.
Immobilien weiter unter Druck, Hedgefonds im Aufwind
Als einzige der sechs Hauptanlageklassen verzeichnen Immobilien-Investments mehr Reduzierungs- als Aufstockungspläne. Bei Real Estate Equity liegt der Netto-Saldo bei minus 22 Prozentpunkten, bei Real Estate Debt bei minus 29 Prozentpunkten. Gegenüber dem Vorjahr (minus 33 respektive minus 40 Prozentpunkte) hat sich der Abwärtstrend allerdings spürbar abgeschwächt – ein möglicher Hinweis auf eine Bodenbildung, auch wenn die Performance-Einschätzung mit minus 0,52 (Real Estate Equity) und minus 0,77 Punkten (Real Estate Debt) weiterhin negativ ausfällt und damit den niedrigsten Wert im gesamten Survey markiert.
Wie institutionelle Investoren in die Private Markets investieren
Auch der bevorzugte Zugangsweg zu den Private Markets bleibt stabil: Investoren wollen im Schnitt 67 Prozent ihres Private-Markets-Portfolios über klassische Fondsbeteiligungen (Primaries) abbilden, 18 Prozent über Co-Investments beziehungsweise Direktinvestments und 15 Prozent über Secondaries. Innerhalb der Private-Equity-Portfolios hat sich der Sekundärmarkt dabei bereits deutlich professionalisiert: Unter den rund 49 Prozent der PE-Investoren, die überhaupt Secondaries nutzen, setzen 88 Prozent auf GP-geführte Transaktionen und 43 Prozent auf Single-Asset-Continuation-Vehicles.
Kapital fließt nach Europa – Nordamerika bleibt umstritten
Regional zeigt der Survey eine klare Präferenz für Europa: 70 Prozent der Investoren wollen ihre Private-Markets-Allokation dort erhöhen, nur 15 Prozent planen einen Rückzug – ein Netto-Saldo von plus 55 Prozentpunkten. Den DACH-Heimatmarkt selbst wollen dagegen nur 30 Prozent der Befragten ausbauen; 10 Prozent wollen ihre Positionen reduzieren.
Für Nordamerika liefert die Umfrage das uneinheitlichste Bild überhaupt: Jeweils 40 Prozent der Anleger planen eine Erhöhung beziehungsweise eine Reduzierung ihrer dortigen Allokation, der Netto-Saldo liegt bei null. Emerging Markets bleiben unterdessen eine Randposition: Nur 33 Prozent der Investoren sind dort investiert, lediglich 3 Prozent planen einen Neueinstieg in den nächsten zwölf Monaten. Wo Wachstum stattfindet, geschieht es laut BAI vor allem durch Vertiefung bestehender Positionen in Südostasien (28 Prozent Investorenanteil) und Indien (22 Prozent) – nicht durch neue Marktteilnehmer.
Fast geschafft
Bitte auch im Spam-Ordner schauen!