Höhe der Bußgelder in 2025 verdoppelt Bafin will Regeln vereinfachen, aber Problemfirmen schärfer beaufsichtigen

Mark Branson, Präsident der Bafin

Mark Branson, Präsident der Bafin: „Es gibt viel Scheinpräzision in der Bankenregulierung.“ Bildquelle: Maurice Kohl

Die Bafin hat im vergangenen Jahr härter durchgegriffen als zuvor, wenn man die Höhe der Bußgelder zugrunde legt. Rund 80 Millionen Euro an Bußgeldern hat die deutsche Bankenaufsicht im Jahr 2025 laut Bafin-Präsident Mark Branson verhängt. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor war die Summe nur halb so hoch: Sie betrug laut Jahresbericht der Bafin für das Jahr 2024 rund 40 Millionen Euro.

In einer Rede auf dem Handelsblatt Banken-Gipfel hat Branson nun Bilanz über die Maßnahmen des vergangenen Jahres gezogen. Die Bafin veröffentlichte diese im Anschluss auf ihrer Website.

Branson plant demnach, die deutsche und europäische Regulierung einfacher zu gestalten. 20 Bafin-Vorschläge für die nationale Gesetzgebung seien bereits mindestens im Gesetzgebungsprozess. Vor wenigen Monaten hätten seine Mitarbeiter weitere 75 Ideen übermittelt.

Zudem betonte Branson, dass die neue Version der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (Marisk) „rund 30 Prozent“ schlanker sei. Im Juni 2026 veröffentlichte die Bafin die aktualisierte Marisk-Version. 

„Es gibt viel Scheinpräzision in der Bankenregulierung“, so Branson. Eine offenere Gesetzgebung soll die Eigenverantwortung der Finanzinstitute erhöhen. Einzelne Finanzinstitute werden dennoch präzise überwacht: Die Bafin beschäftigt sich laut Branson intensiv mit Problemunternehmen oder solchen, die es werden können. „Für Problemunternehmen und Unternehmen mit besonders komplexen Geschäftsmodellen“, erklärte Branson, „haben wir unsere Fokusaufsicht eingeführt.“

J.P. Morgan musste 45 Millionen Euro zahlen

Wie weit die Bafin dabei gehen kann, zeigen mehrere Fälle aus den vergangenen zwölf Monaten: Im Oktober 2025 verhängte die Behörde gegen J.P. Morgan wegen Mängeln in der Geldwäscheprävention eine Rekordstrafe von 45 Millionen Euro. Im Juni 2026 fror die Bafin zudem die Befugnisse der gesamten Geschäftsleitung der Privatbank Berenberg ein und setzte zwei Sonderbeauftragte ein.

 

Ebenfalls im Juni verlangte die Aufsicht von der Deutsche Finance Group Unterlagen zur Verwaltung ihrer geschlossenen Publikumsfonds und bestellte einen Sonderbeauftragten. Bei der Raiffeisenbank übertrug sie im Juli einem Sonderbeauftragten die Befugnisse der Geschäftsleitung. Im August setzte sie zusätzlich eine Sonderbeauftragte für die Aufgaben und Befugnisse des Aufsichtsrats ein.

Branson steht seit 2021 an der Spitze der Bafin. Der frühere Chef der Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma übernahm die Behörde nach dem Wirecard-Skandal. 

 

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