Wegen Euribor-Verfehlungen Deutsche Bank muss Millionenstrafe zahlen

Die Türme der Deutschen Bank in Frankfurt

Die Türme der Deutschen Bank in Frankfurt: Dunkle Wolken über dem Bankhaus – die Bafin brummt der Deutschen Bank eine Strafe auf. Foto: Pixabay

Die Deutsche Bank muss eine Strafe von 8,66 Millionen Euro bezahlen. Das gab die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz Bafin, kurz nach den Feiertagen in einer Pressemitteilung bekannt. Gegen den Bußgeldbescheid der Wertpapieraufsicht kann die Deutsche Bank noch Einspruch einlegen.

Das Geldhaus soll die Strafe wegen Verfehlungen rund um den Euribor-Referenzzinssatz zahlen. So hatte die Deutsche Bank als beaufsichtigter Kontributor zwischenzeitlich nicht die wirksamen präventiven Systeme, Kontrollen und Strategien, die die europäische Referenzwerte-Verordnung eigentlich vorschreibt. Als Kontributoren gelten natürliche oder juristische Personen, die Daten zur Bestimmung von Referenzwerten beitragen. Die Verordnung für diese Kontributoren soll valide Referenzwerte sicherstellen und Manipulationen verhindern.

Deutsche Bank ist beim Euribor ein gebranntes Kind

Euribor steht für Euro Interbank Offered Rate. Der Zinssatz ist ein Vergleichswert für den europäischen Interbankenhandel mit Termingeldern. Verstöße gegen die Referenzwerte-Verordnung können mit einer Geldbuße von bis zu zehn Prozent des Gesamtumsatzes geahndet werden – dementsprechend klein ist die Strafe im Vergleich zur Größe der Deutschen Bank.

Rund um die Referenzzinssätze musste die Deutsche Bank bereits deutlich höhere Strafen zahlen,. So war sie eine der Protagonisten im Libor-Skandal, in dessen Zuge 2011 betrügerische Manipulationen bei Referenzzinssätzen aufgedeckt wurden. Im Jahr 2013 verhängte die EU-Kommission etwa eine Strafe von über 700 Millionen Euro gegen die Deutsche Bank. An britische und US-Aufsichtsbehörden musste sie 2015 sogar eine Rekordstrafe von 2,5 Milliarden Dollar bezahlen.