Donner & Reuschel kehrt in die Gewinnzone zurück. Die Signal-Iduna-Banktochter schloss das Geschäftsjahr 2025 mit einem Jahresüberschuss vor Steuern von 11,5 Millionen Euro ab – eine Trendwende gegenüber dem Vorjahr, als das Haus einen Vorsteuerverlust von rund 18 Millionen Euro auswies. Damals hatte die Immobilienmarktkrise eine Risikovorsorge von gut 60 Millionen Euro nötig gemacht.
Das Provisionsergebnis von 74,3 Millionen Euro ist das zweitbeste in der mehr als 225-jährigen Geschichte der Bank. Das Zinsergebnis gab leicht nach auf 91,9 Millionen Euro – sinkende Leitzinsen und der planmäßige Abbau des Kreditportfolios wirkten dämpfend. Das verwaltete Vermögen kletterte von 31,5 Milliarden Euro auf 35,4 Milliarden Euro, ein Plus von 12,4 Prozent.
Bafin hebt Kapitalaufschlag auf
Das regulatorisch bedeutsamste Signal des Jahresabschlusses liefert die Bafin: Im Rahmen einer Nachschauprüfung nach Paragraf 44 des Kreditwesengesetzes hob die Aufsicht den individuellen Kapitalaufschlag von 3,2 Prozent auf das Eigenkapital auf. Das Institut hatte die risikobehafteten Immobilienkreditengagements in den vergangenen Monaten eng begleitet und die Risiken so deutlich zurückgeführt. Die Gesamtkapitalquote stieg in der Folge auf 22,1 Prozent, die Kernkapitalquote auf 20,1 Prozent – nach 19,9 beziehungsweise 17,9 Prozent im Vorjahr.
Die Aufhebung des Kapitalaufschlags ist nicht die einzige regulatorische Schlagzeile der vergangenen Monate: Im Juni 2025 hatte die Bafin eine Geldbuße von 110.000 Euro gegen Donner & Reuschel festgesetzt – wegen eines Verstoßes gegen die Zielmarktüberprüfungspflicht nach Paragraf 80 des Wertpapierhandelsgesetzes aus dem Jahr 2021. Ein Sprecher erklärte damals gegenüber dem private banking magazin: „Nach dem Selbstverständnis unseres Hauses sind gesetzliche Vorschriften ausnahmslos zu befolgen, die Kundeninteressen genießen höchste Priorität. Daher wurden unsererseits Maßnahmen ergriffen und Prozesse angepasst, damit sich ein entsprechender Vorgang nicht wiederholt."
Strategischer Umbau greift
Hinter dem verbesserten Abschluss steht der Strategieprozess „D&Rive", den die Bank Ende 2024 angestoßen hatte. Donner & Reuschel richtet sich seither als Serviceboutique mit Fokus auf die Heimatmärkte Hamburg und München aus – mit den strategischen Schwerpunkten Private Banking und Unternehmerkunden sowie Asset Servicing.
Im Asset Servicing wuchsen die verwahrten Vermögen auf mehr als 31,5 Milliarden Euro. Im Herbst 2025 übernahm die Bank zudem die Verwahrstellenfunktion für 33 liquide Fonds von M.M.Warburg & CO mit einem Volumen von rund 1,7 Milliarden Euro – eine Transaktion, über die das private banking magazin seinerzeit exklusiv berichtete.
Im Private Banking trägt Julian Rautenberg seit Jahresbeginn 2026 die Gesamtverantwortung für Private Banking und Unternehmerkunden und berichtet direkt an Schmidt. Rautenberg ist seit mehr als 20 Jahren für das Bankhaus tätig. Schmidt sagte über ihn: „Julian steht für die persönliche Handschrift von Donner & Reuschel sowie die systematische Weiterentwicklung des Bankhauses."
Zugleich hat Donner & Reuschel einen Stellenabbau angekündigt: Die Belegschaft soll von rund 570 auf etwa 500 Beschäftigte sinken – ein Rückgang von gut zwölf Prozent. In den kommenden zwei Jahren investiert das Haus flankierend 15 Millionen Euro in Digitalisierung und Prozessoptimierung. Mittelfristig peilt Schmidt eine Cost-Income-Ratio von 65 Prozent und eine Eigenkapitalrendite von zehn Prozent an; ab 2028 sollen Jahresergebnisse von mindestens 30 Millionen Euro stehen.
„Unsere Neuausrichtung trägt Früchte“, sagt Schmidt. „Das zeigt dieses gute Ergebnis. Es gibt uns zudem den notwendigen Rückenwind, um weiter in die erfolgreiche Zukunft der Bank zu investieren und zusätzliches Wachstum auf Basis einer modernen menschlichen Servicekultur zu erzielen.“