Brief der Aufsichtsbehörde Bafin macht nach Hedgefonds-Skandal Druck auf die Allianz

Frankfurter Sitz von Allianz Global Investors, Schriftzug über dem Eingang.

Frankfurter Sitz von Allianz Global Investors: Foto: Imago images/Marcel Lorenz

Der Hedgefonds-Skandal der Allianz in den USA bleibt auch in Deutschland nicht ohne Folgen: Die Bafin hat offenbar die Versicherung aufgefordert, ihre internen Kontrollen nach dem Debakel um die Structured Alpha Hedgefonds ihrer Kapitalverwaltungsgesellschaft Allianz Global Investors (AGI) zu verbessern. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Die Bafin habe der Allianz vor einigen Wochen einen Brief mit konkreten Forderungen zur Verbesserung der Kontrollen geschickt, sagte der Insider. Die Allianz lehnte eine Stellungnahme gegenüber Reuters ab, erklärte aber gegenüber der Wirtschaftswoche, dass sie stets die höchsten Risikomanagement- und Compliance-Standards einhalte.

 

 

Mit ihren Forderungen reagiert die Bafin auf den Skandal um Geschäfte mit Structured Alpha Fonds der AGI, in dessen Folge sich die Allianz im Mai bereit erklärt hatte, eine Strafe von rund 6 Milliarden US-Dollar zu zahlen. Portfoliomanager einer US-Niederlassung der AGI in Florida hatten unter anderem Verluste verschleiert. Anleger, darunter große US-Pensionskassen, hatten durch Investments, die auf komplexen Optionsstrategien basierten, Verluste in Höhe von sechs Milliarden Dollar erlitten. AGI gab als Konsequenz daraus sein US-Geschäft ab.