Weitere Etappe im Fusionsprozess Bafin gibt grünes Licht für Zusammenschluss von Stuttgarter und SDK

Firmenzentralen von Stuttgarter Versicherung und Süddeutscher Krankenversicherung

Der lange Weg der Fusion zwischen der Stuttgarter Versicherung und der Süddeutschen Krankenversicherung (SDK) schreitet voran. Bildquelle: Die Stuttgarter, SDK - erstellt mit Canva

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat grünes Licht für die Fusion zwischen der Süddeutschen Krankenversicherung (SDK) und der Stuttgarter Versicherungsgruppe gegeben. Damit ist ein zentraler regulatorischer Schritt auf dem Weg zum geplanten Gleichordnungskonzern der beiden mittelständischen Versicherer vollzogen.

Konkret genehmigte die Aufsichtsbehörde Ende vergangener Woche sowohl die Verschmelzung der Süddeutschen Lebensversicherung a.G. und der Stuttgarter Lebensversicherung a.G. als auch die Vermögensübertragung der Süddeutschen Allgemeinen Versicherung auf die Stuttgarter Versicherung Aktiengesellschaft rückwirkend zum 1. Januar 2025.

Vertriebswege und Produktangebot sollen sich ergänzen 

Im Oktober 2024 hatten beide Versicherer erstmals öffentlich angekündigt, eine Zusammenarbeit in Form eines Gleichordnungskonzerns zu prüfen. Nach intensiver Analyse, wechselseitiger „Due Diligence“ und Zustimmung der Mitgliedervertreter sowie des Bundeskartellamts wurde der Zusammenschluss schließlich am 1. Juli einstimmig beschlossen. Beide Unternehmen betonten dabei, dass sich die Gruppen hervorragend ergänzen und gemeinsame Potenziale heben könnten.

Mit der Fusion soll eine Versicherungsgruppe mit über 1,8 Millionen Verträgen, rund 1,85 Milliarden Euro gebuchten Beiträgen und insgesamt 1.600 Mitarbeitern entstehen. Die Stuttgarter bringt ihre Expertise im Lebens- und Unfallversicherungsbereich ein, während die SDK den Fokus im Krankenversicherungsgeschäft hat.

Vertriebliche Synergien könnten insbesondere in den sich ergänzenden Vertriebswegen liegen: Die Stuttgarter setzt auf Makler und Mehrfirmenvertretungen, die SDK ist traditionell im Ausschließlichkeitsvertrieb, Banken und Direktvertrieb aktiv.

 

Personelle Weichen an der Spitze bereits gestellt 

Die operative Führung soll in einer Co-Struktur der bisherigen Vorstandsvorsitzenden erfolgen, bei der Guido Bader (Stuttgarter) und Ulrich Mitzlaff (SDK) weiterhin die jeweiligen Unternehmen führen, aber sich gegenseitig als Stellvertreter unterstützen. Auch die weiteren Vorstände. Olaf Engemann und Ralf Oestereich von der SDK sowie Jesko Kannenberg und Michael Krebbers von der Stuttgarter – wurden wechselseitig in die Organe der jeweils anderen Gruppe berufen.

Das finale Ziel ist ein vollständig verschmolzenes Unternehmen bis spätestens Herbst 2026. Dies bestätigte eine SDK-Sprecherin aktuell laut Bericht des Fachportals „Procontra“. Bis dahin seien allerdings noch einige Hürden zu nehmen. Dazu zähle etwa die Gründung eines Dachvereins sowie die Zusammenführung von sich überschneidenden Bereichen.

Kein Personalabbau geplant 

Was etwaige Personaleinsparungen angeht, sagte die SDK-Sprecherin: „Es ist kein Personalabbau vorgesehen. In Zeiten des Fachkräftemangels brauchen wir jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter an Bord.“ Einzig manche Aufgabenbereiche könnten sich im Zuge der Fusion verändern. Ähnlich hatte sich Stuttgarter-Chef Bader im exklusiven DAS INVESTMENT-Interview Anfang des Jahres geäußert.

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