Abflüsse, Abwertungen, Rücknahmestopps: Offene Immobilienfonds stecken in der Krise. Bafin-Präsident Mark Branson erhöht nun den Druck auf die Anbieter. In einem Interview mit dem „Manager Magazin“ erklärt er: „Es muss sich in der Zukunft bei Produkten für Retail-Anleger, die illiquide investieren, etwas ändern.“
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Abflüsse, Abwertungen, Rücknahmestopps: Offene Immobilienfonds stecken in der Krise. Bafin-Präsident Mark Branson erhöht nun den Druck auf die Anbieter. In einem Interview mit dem „Manager Magazin“ erklärt er: „Es muss sich in der Zukunft bei Produkten für Retail-Anleger, die illiquide investieren, etwas ändern.“
Wie das Urteil zur Risikoeinstufung des Uniimmo Wohnen ZBI (ISIN: DE000A2DMVS1) ausfällt, hält Branson dabei für zweitrangig: „Selbst wenn das Gericht entscheidet, dass technisch korrekt gerechnet wurde, kann das die richtige Antwort auf die falsche Frage sein.“ Der im Basisinformationsblatt aufgeführte Risikoindikator messe nur die historische Volatilität, über die Liquidität oder mögliche Rücknahmebeschränkungen werde nichts ausgesagt. „Da gibt es also Handlungsbedarf, unabhängig vom Urteil“, so Branson.
Mögliche Lösungen: Ein Malus für Illiquidität, also eine Herabstufung um ein oder zwei Stufen, oder ein zusätzlicher Liquiditätsindikator. „Mehr Dokumentation ist jedenfalls nicht die Lösung“, meint der Bafin-Chef.
Branson kontert Kritik: „Vor Jahrzehnten war ich noch nicht hier“
Kritik, die Liquiditätsprobleme der Fonds seien seit Jahrzehnten bekannt, kontert Branson im „Manager-Magazin“-Interview: „Vor Jahrzehnten war ich noch nicht hier.“ Es sei Aufgabe der Aufsicht, zu prüfen, ob Produkte für Verbraucher angemessen sind und fair vertrieben werden. Wenn das in Teilen der Branche für Irritation sorge, sei das eben so.
Schnell dürfte es allerdings nicht gehen, räumt der Aufsichtschef ein. Eine neue Methodik müsste auf EU-Ebene geregelt werden. „Wir betreiben das mit Nachdruck, aber ich bin da realistisch. Es braucht seine Zeit.“