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AXA IM zu Schwellenländeranleihen Welche Mythen sich um harte oder lokale Währungen ranken

Sailesh Lad, Portfoliomanager bei AXA IM: „Wer sein Portfolio diversifizieren möchte, kommt nicht um Schwellenländeranleihen in lokaler oder harter Währung herum“. | © AXA IM

Sailesh Lad, Portfoliomanager bei AXA IM: „Wer sein Portfolio diversifizieren möchte, kommt nicht um Schwellenländeranleihen in lokaler oder harter Währung herum“. Foto: AXA IM

Für die meisten Anleger ist es ein integraler Bestandteil ihrer Investmentstrategie, ein breit aufgestelltes Portfolio aufzubauen. Investments in Schwellenländeranleihen können die Allokation im Portfolio abrunden und bereichern, vorausgesetzt man ist bereit, sich mit verschiedenen Herausforderungen auseinanderzusetzen. Dabei ist die wesentliche Frage bei Anlagen in Schwellenländern nicht ohne Weiteres zu beantworten: Soll man in Anleihen investieren, die in harter Währung laufen oder in lokaler?

Die Besonderheit an Hartwährungsanleihen ist, dass sie in einer anderen Währung als die des lokalen Marktes denominiert sind, meistens in US-Dollar. Zudem werden Emissionen in Euro immer wichtiger, so dass sich für den Schwellenland-Investor mit Blick auf mögliche Wechselkursrisiken eine zweite Frage stellt: Sind Anleihen in US-Dollar oder in Euro die bessere Wahl? Demgegenüber werden Lokalwährungsanleihen in der heimischen Währung eines Landes oder einer Region emittiert. Obwohl dieser Markt weitaus größer und daher liquider ist, tendieren diese Papiere grundsätzlich zu mehr Volatilität.

Schwellenländerwährungen werden immer „härter“

Vor nicht einmal 15 Jahren bestand das Universum der Schwellenländeranleihen fast ausschließlich aus Hartwährungsanleihen. Seitdem ist es vielen Schwellenländern gelungen, genug Glaubwürdigkeit auf die Kapitalmärkte auszustrahlen und ausländische Investments in eigener Währung ins Land zu holen. Heute ist es für einige Schwellenländer geradezu selbstverständlich geworden, Anleihen in lokaler Währung zu emittieren, falls dies ihren Anforderungen besser entspricht. Wesentlicher Vorteil hierbei: potenzielle Währungsrisiken werden vermieden.

Aus unserer Sicht sollten bei der Entscheidung, ob man in harter oder lokaler Währung investiert, eine ganze Reihe an Faktoren berücksichtigt werden. Zum einen wäre die Diversifikation zu nennen. Dass sich die Schwellenländer wirtschaftlich gesehen deutlich verbessert haben, ist allgemein bekannt. Insofern überrascht es nicht, dass sich die Zahl der Länder des JPM EMBI Global Diversified Index von 14 im Jahr 1993 auf 66 im Jahr 2018 erhöht hat. Dagegen ist der Lokalwährungsmarkt viel konzentrierter, weshalb sich der Index aus nur 21 Emittenten zusammensetzt.* Daher kann Hartwährung deutlich bessere Möglichkeiten der Diversifikation bieten.

Zudem  ist die Höhe der angebotenen Renditen im Verhältnis zum gesamten Ausfallrisiko zu berücksichtigen. Obwohl lokale Währungsmärkte typischerweise  höhere Renditeniveaus bieten, bewegen sich zurzeit auch Hartwährungsanleihen auf ähnlichen Niveaus, was sie aus unserer Sicht überaus interessant macht.** Im Hinblick auf die Kreditqualität bieten Anleihen in Lokalwährung ein höheres Gesamtrating als Anleihen in Hartwährung. Deshalb können Investoren Renditevorteile genießen, wenn diese in einem guten Verhältnis zum Ausfallrisiko stehen.

Risiken sind Teil der Schwellenland-Story

Jeder Investor muss sich der Risiken seines Anlagegeschäfts bewusst sein. Auch die Frage, ob Anleihen entweder in harter oder in lokaler Währung das richtige Investment sind, stellt sich vor jeder Anlageentscheidung. Grundsätzlich bergen Anleihen in Lokalwährung zwei Risikoquellen: Die eigene Volatilität und das Wechselkursrisiko. Dementsprechend tendieren sie insgesamt zu höherer Volatilität. Nichtsdestotrotz können Anleihen in harter Währung gegenüber externen Faktoren anfälliger sein, zum Beispiel bei einem starken Dollar oder bei steigenden Zinsen in den USA, die es für Unternehmen teurer macht, ihre Schulden zu begleichen.

Nicht zuletzt spielt die persönliche Anlagementalität des Investors eine entscheidende Rolle und darf als Faktor bei der Entscheidung zwischen Anleihen in harter oder in lokaler Währung nicht unterschätzt werden. Hierzu zählen auch die individuelle Risikotoleranz und der Zeithorizont. Nicht minder wichtig ist die jeweilige „Schwellenland-Story“ für ein Investment in lokalen oder harten Währungs-Anleihen. Wir sind der Überzeugung, dass beide Assetklassen ihre Vorzüge haben, wenn es darum geht, diversifizierte Portfolios aufzubauen. Welche Anleihe für den Investor die richtige ist, bleibt letzten Endes eine Frage der individuellen Entscheidung.

* AXA IM Research, JP Morgan (Stichtag 23.05.2018).

** JP Morgan (Stichtag 27.07.2018).