AXA IM zu digitaler Transformation Keine Angst vor Automatisierung der Arbeitswelt

„Bei der digitalen Transformation geht es nicht darum, den Menschen durch Maschinen zu ersetzen, sondern seine Arbeit zu erleichtern“, so Stephane Lago, Aktienspezialist für Themeninvestments bei AXA Investment Managers. | © AXA Investment Managers

„Bei der digitalen Transformation geht es nicht darum, den Menschen durch Maschinen zu ersetzen, sondern seine Arbeit zu erleichtern“, so Stephane Lago, Aktienspezialist für Themeninvestments bei AXA Investment Managers. Foto: AXA Investment Managers

Die Digitalisierung schreitet rasch voran. Sie stellt nicht nur traditionelle Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle auf den Kopf, sondern auch die Arbeitswelt. Schon heute sind automatisierte Prozesse alltäglich, Menschen arbeiten mit Robotern Hand in Hand, und künstliche Intelligenz in Form von Algorithmen oder Chatbots revolutionieren Produktionsabläufe und die Interaktion mit den Kunden gleichermaßen. Die rasante Entwicklung und Einführung neuer Technologien bietet große Chancen, fordert von den Mitarbeitenden aber auch neue Fähigkeiten und eine neue Denkweise.

Die Berufswelt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Repetitive oder gefährliche Arbeiten werden automatisiert oder Robotern überlassen. Viele traditionelle Berufe verändern sich grundlegend, manche werden in Zukunft ganz verschwinden. Aber es entstehen auch vollständig neue Arbeitstätigkeiten. Arbeitskräfte müssen umlernen und umdenken, um auch in Zukunft erfolgreich am Arbeitsmarkt teilnehmen zu können.

Automatisierung: Von Industrieproduktion zu Wassermanagement

Robotikanwendungen und die Automatisierung von Prozessen in verschiedensten Industrien erlauben es Unternehmen, sicherer und effizienter zu produzieren. Im Gesundheitswesen gelangen immer mehr Operationsroboter zum Einsatz, und Analysesysteme zeigen an, wann ein Patient medizinische Hilfe braucht. Der Transport von Menschen und Gütern wird sich von Grund auf verändern, neue und saubere Technologien können einen enormen Nutzen für die Gesellschaft stiften. Die Automobilindustrie hat das erkannt. Sie investiert immer mehr Mittel in die Ausbildung der Mitarbeitenden und in neue Fabriken und Geschäftsbereiche, welche umweltfreundliche Transportlösungen entwickeln.

Weniger bekannt ist, dass die Digitalisierung auch in der Agrarwirtschaft – ein Sektor, der nicht sofort mit digitaler Hochtechnologie assoziiert wird – sehr viele Anwendungen findet. Selbstfahrende Traktoren und Werkzeuge optimieren landwirtschaftliche Produktionsprozesse. Drohnen überwachen die Entwicklung von Saatgut und Pflanzen in großen oder abgelegenen Anbauflächen und helfen somit, Ernteverluste zu vermeiden. Die Kontrolle und Steuerung von Bewässerungsanlagen ist besonders wichtig, da weltweit 70 Prozent des verwendeten Frischwassers in der Landwirtschaft verbraucht werden.

Auch im Marketing sind digitale Hilfsmittel und neue Technologien heute ein Muss. Im Jahr 2017 flossen weltweit erstmals mehr Mittel in das digitale Marketing als in traditionelle TV-Werbung. Kunden sind praktisch immer online und über ihre Smartphones konstant mit sozialen Medien verbunden. Algorithmen und künstliche Intelligenz helfen Unternehmen dabei, zu verstehen, was ihre Kunden wirklich wollen und ihnen den bestmöglichen Kundenservice zu bieten. Mithilfe von Chatbots kann die Interaktion zwischen Unternehmen und Kunden individualisiert und verbessert werden – was die Zufriedenheit und Loyalität der Kunden erhöht. Es geht darum, die Bedürfnisse der Kunden frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren.

Bereit für die Zukunft

In diesem sich rasch wandelnden Umfeld müssen sich Mitarbeitende neues Wissen aneignen. Wie kann die digitale Wissenslücke (Skill-Gap) geschlossen werden? Weiterbildung und On-the-Job-Trainings sind zentral. Die Arbeitswelt der Zukunft erfordert lebenslanges Lernen, die Bereitschaft, neue Aufgaben zu übernehmen, und Flexibilität. In einer Welt, in der neue Technologien und Roboter in die verschiedensten Arbeiten eingebunden sind, werden neue Skills gefragt. Dazu gehören Programmierkenntnisse, aber auch die Fähigkeit, effizient Daten zu sammeln und zu analysieren, Abweichungen von Produktionsprozessen zu erkennen und mögliche Fehlerquellen proaktiv zu beheben. Im Marketing haben Suchmaschinenoptimierung, Social-Media-Marketing und Webanalyse die traditionellen Marketingtechniken binnen kürzester Zeit abgelöst.

Es geht bei der digitalen Transformation nicht darum, den Menschen durch Maschinen zu ersetzen, sondern seine Arbeit zu erleichtern – Roboter und künstliche Intelligenz unterstützen den Menschen und geben ihm mehr Zeit für Kreativität. Damit Mitarbeitende fit für die Zukunft werden, müssen sie bereit sein, Neues zu lernen und flexibel zu sein. Aber sie brauchen auch die Unterstützung vom Arbeitgeber in Form von Ausbildungsangeboten, und der Staat könnte für entsprechende Rahmenbedingungen sorgen. Nur wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam die digitale Transformation angehen, können die Chancen der Digitalisierung voll genutzt werden.