Studie von Axa IM Anleger wollen alternative Kreditinstrumente

Jörg Schomburg, Axa IM Vertriebsleiter für Institutionelle Kunden in Deutschland

Jörg Schomburg, Axa IM Vertriebsleiter für Institutionelle Kunden in Deutschland

Institutionelle Anleger wollen wegen des Niedrigzinsumfeldes verstärkt in Alternative Debt, also alternative Kreditinstrumente investieren. Das entsprechende Anlagevolumen könnte daher in den nächsten zwei Jahren um rund ein Drittel steigen. Wichtigstes Hindernis bilden allerdings verschärfte gesetzliche Regeln.

Das zeigt eine Studie der Vermögensverwaltung Axa Investment Managers (Axa IM), für die 141 Entscheider und Experten bei Versicherern, Vorsorgern und Stiftungen in Deutschland befragt wurden.

Versicherer besonders interessiert

„Die Studie zeigt, dass die Zuflüsse wohl noch höher ausfallen würden, wenn die Anleger könnten, wie sie wollten. Denn das regulatorische Umfeld enthält teilweise hohe Hürden für solche Anlagen“, sagt Jörg Schomburg, bei Axa IM Vertriebsleiter für Institutionelle Kunden in Deutschland.

Insgesamt wollen die befragten Investoren den Anteil von Alternative Debt in ihren Portfolios in den nächsten 24 Monaten von 1,9 auf 2,5 Prozent erhöhen. Hinter diesen bescheiden anmutenden Zahlen verbergen sich große Kapitalbewegungen, denn die in der Studie befragten Marktteilnehmer stehen für ein Anlagevolumen in Höhe von gut 662 Milliarden Euro. Davon könnten nun knapp vier Milliarden Euro in alternative Kreditinstrumente fließen.

Besonders stark wollen Versicherer ihr Engagement erhöhen – um 69 Prozent. Deutlich geringer fallen die Umschichtungen dagegen bei den Pensionseinrichtungen großer Konzerne (Corporates) mit einem Plus von 11 Prozent aus. Zugleich sehen sich die Investoren jedoch von verschärften Regeln behindert.

Hohe Hürde Regulation

So nannten 79 Prozent der Befragten regulatorische Anforderungen als hohe oder sehr hohe Hürde für ein Investment. Hoher administrativer Aufwand (77 Prozent), fehlende Inhouse-Ressourcen (71 Prozent) und interne Anlagerestriktionen (60 Prozent) wurden ebenfalls häufig genannt.

Das Ziel bei Investitionen in alternative Instrumente wie Commercial Real Estate Loans (CREs), Collateralized Loan Obligations (CLOs) oder Infrastrukturinvestments ist klar: 85 Prozent der Befragten versprechen sich bessere Renditechancen als mit traditionellen Anlagen.

83 Prozent möchten die Illiquiditätsprämie abschöpfen, die Investoren dafür erhalten, dass sie auf eine ständige Handelbarkeit von Investments verzichten. 77 Prozent möchten das Ausfallrisiko im Vergleich zu traditionellen Anleihen verringern, und 75 Prozent erhoffen sich eine bessere Diversifikation des Portfolios.

Mangelnde Transparenz als Vorteil

Aber auch mögliche Nachteile solcher Investments werden gesehen. Die mangelnde Transparenz alternativer Kreditmärkte ist aus Sicht der befragten Investoren das größte Manko bei einem Investment in Alternative Debt. 77 Prozent sehen darin einen großen oder sehr großen Nachteil.

Eine Not, aus der Investoren jedoch eine Tugend machen könnten, sagt Jörg Schomburg: „Geringe Transparenz kann auch ein Vorteil sein, denn gerade in solch einem Umfeld machen sich langjährige Erfahrung und gute Kontakte bezahlt. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Bei der Wahl eines externen Managers sollten Investoren daher auf einen überzeugenden Track Record besonderen Wert legen.“

Ähnliches gelte für die fehlende Liquidität, die 58 Prozent der Befragten als problematisch erachten. Gerade institutionelle Investoren mit langem Anlagehorizont könnten es sich leisten, diesen Nachteil in Kauf zu nehmen, um die damit verbundene Prämie einzustreichen.