Umfrage unter 3.000 Vermögenden Nur gut ein Drittel der deutschen Anleger nutzen professionelle Anlageberatung

Der Schriftzug Welcome to Crypto Nation Switzerland am Züricher Flughafen

Der Schriftzug Welcome to Crypto Nation Switzerland am Züricher Flughafen: Bei deutschen vermögenden Anlegern gewinnen Kryptowährungen an Beliebtheit. Bildquelle: Imago Images / Pius Koller

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Auf welche Anlagen setzen vermögende Investoren? Das Fintech Avaloq hat in einer Anlegerumfrage das Investitionsverhalten von 3.000 vermögenden Personen aus den Segmenten Affluent, HNWI und UHNWI beleuchtet. Dabei wurden fünf unterschiedliche Bereiche untersucht: Anlageformen, Investitionsmethoden, Informationsquellen, Anlegermotivation und Risikobereitschaft.

Ein Ergebnis: Die Beliebtheit von Kryptowährungen hat trotz der Verwerfungen am Markt zugenommen. Unter den vermögenden Anlegern in Deutschland geben 40 Prozent an, in Kryptowährungen zu investieren – gegenüber nur 34 Prozent im Vorjahr.

Beliebter sind Kryptowährungen nur noch in der Schweiz mit 57 Prozent und in Hongkong mit 50 Prozent. Auch Investmentfonds und ETFs sind in der Gunst deutscher Anleger gestiegen: beide auf 36 Prozent. Die Beliebtheit von Investmentfonds ist dabei gegenüber dem Vorjahr am deutlichsten gewachsen, um 15 Prozentpunkte, während ETFs um 8 Prozentpunkte zugelegt haben. Auch Rohstoffe haben als Investmentklasse an Beliebtheit gewonnen und wuchsen von 9 Prozentpunkten auf jetzt 23 Prozent.

 

Hochvermögende Anleger in sechs Märkten

Avaloq hat seine jährliche Anlegerumfrage dieses Mal unter 3.000 vermögenden Investoren in sechs internationalen Märkten durchgeführt: Deutschland, Schweiz, Vereinigtes Königreich, Hongkong, Japan und Singapur. Bei der Nennung von Anlageklassen, die deutsche Investoren bevorzugen, liegen Aktien und Immobilen mit jeweils 44 Prozent weiter vorn. Dabei haben Aktien allerdings aufgeholt (Vorjahr: 39 Prozent) und Immobilien nachgelassen (Vorjahr: 50 Prozent).

Investitionsmethoden: Online-Broker erfreuen sich wachsender Beliebtheit 

Das Interesse an einer reinen Robo-Advisory ist unter vermögenden deutschen Anlegern rückläufig. Hier geben nur noch 15 Prozent an, diese Möglichkeit zu nutzen (Vorjahr: 21 Prozent). Unter den befragten Märkten zeigt sich nur Japan mit ebenfalls 15 Prozent genauso skeptisch. In der Schweiz dagegen beansprucht Robo-Advisory mit 39 Prozent einen festen Platz unter den Anlagemethoden.

Online-Broker allerdings erfreuen sich gerade unter den deutschen Anlegern wachsender Beliebtheit. Mit 44 Prozent (4 Prozentpunkte mehr als 2022) ist Online-Brokerage in Deutschland klarer Spitzenreiter. Tatsächlich sind Online-Broker nur in der Schweiz mit Nennungen von 49 Prozent noch beliebter als in Deutschland.

Anlageberatung und Vermögensverwaltung: Deutschland als Schlusslicht

Erwähnenswert ist, dass gleichzeitig 66 Prozent der befragten Schweizer Investoren angeben, professionelle Anlageberatung zu nutzen. In Deutschland nutzen nur 37 Prozent eine professionelle Anlageberatung – der geringste Wert aller Märkte. Und auch in Sachen diskretionären Portfoliomanagement liegt Deutschland mit 29 Prozent auf dem vorletzten Platz, nur noch unterboten von Japan mit 22 Prozent. In der Schweiz sind es hingegen 59 Prozent. 

Was die Quellen für Investmentinformationen angeht, ist in Deutschland die Bedeutung sämtlicher Optionen gewachsen. Für deutsche Anleger ist die Lektüre von Nachrichten und Artikeln mit Nennungen von 43 Prozent nach wie vor die beliebteste Quelle für ihre Investmentinformationen (Vorjahr: 37 Prozent). Mit einem Plus von 6 Prozentpunkten auf jetzt 39 Prozent ist in Deutschland der professionelle Finanzberater inzwischen die zweitwichtigste Informationsquelle für vermögende Anleger.

 

Damit hinkt Deutschland allerdings dem internationalen Durchschnittswert von 53 Prozent deutlich hinterher. In der Schweiz ist die Bereitschaft, die Informationen des eigenen Anlageberaters zu konsultieren, extrem ausgeprägt: Mit 74 Prozent machen mehr Schweizer von dieser Option Gebrauch als von jeder anderen. Schließlich hat für deutsche Anleger auch noch die Bedeutung des eigenen Bauchgefühls zugenommen. Hörten 2022 nur 29 Prozent darauf, sind es inzwischen 38 Prozent der deutschen Investoren.  

Versorgung im Ruhestand wird bedeutsamer  

Als wichtigsten Grund für ihre Investitionstätigkeit nennen 50 Prozent der Befragten in Deutschland heute ihr Einkommen im Ruhestand – gegenüber nur 38 Prozent im Vorjahr. Zusätzliche Einnahmen zu generieren, ist für deutsche Investoren ebenfalls wichtiger geworden. Hier gab es einen Zuwachs von 8 Prozentpunkten auf jetzt 49 Prozent.

Etwas geringere Risikoaversion 

Die Risikoaffinität der vermögenden Anleger in Deutschland ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Als „sehr konservativ“ sehen sich 2023 nur noch 16 Prozent (Vorjahr: 23 Prozent), und als „ziemlich konservativ“ schätzen sich aktuell 26 Prozent ein (Vorjahr: 28 Prozent). All dies geht mit der wachsenden Beliebtheit einer „ausgewogenen“ Risikobereitschaft in Deutschland einher: Hier wuchs der Wert von 38 Prozent im Jahr 2022 auf 47 Prozent im Jahr 2023. Die mit Abstand höchste Risikobereitschaft zeigen übrigens Anleger aus Hongkong: „Ziemlich aggressiv“ erhält dort mit 35 Prozent mehr Nennungen als jede andere Option – in Deutschland sind es nur 10 Prozent.

Über die Avaloq-Anlegerumfrage 2023

Die aktuelle Avaloq-Anlegerumfrage wurde im Februar und März 2023 online durchgeführt. Befragt wurden 3.000 Anleger ab 18 Jahren in sechs europäischen und asiatischen Märkten: Deutschland, Schweiz, Vereinigtes Königreich, Hongkong, Japan und Singapur, mit jeweils 500Teilnehmern pro Markt. 57 Prozent der Befragten gehörten zum Affluent-Segment (Vermögen zwischen 250.000 und 1 Million Euro), 37 Prozent zum HNWI-Segment (Vermögen zwischen 1 Million und 50 Millionen Euro) und 6 Prozent zum UHNWI-Segment (Vermögen über 50 Millionen Euro). 


Der Report zur Studie steht hier zum kostenlosen Download bereit.

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