Die britischen Sportwagen-Schmiede McLaren baut zwischen 1993 und 1997 nur insgesamt 106 Exemplare des McLaren F1. Kein anderes Auto mit dieser Stückzahl erzielt so hohe Verkaufspreise: 20 Millionen Euro und mehr stehen auf den Preisschildern, sofern die Autos überhaupt auf dem Markt zu haben sind. Diesen Erlös erwartet auch Sotheby´s bei der nun anstehenden Auktion, angepeilt sind 23 Millionen US-Dollar.
Der Wagen hat nach Angaben des Herstellers einige Updates von der Individualisierungsabteilung McLaren Special Operations erhalten, unter anderem eine stärkere Klimaanlage, bessere Kühler, einen Sportauspuff und einen Benzintank aus Aluminium. Das Fahrzeug ist in Magnesium-Silber lackiert. Diese Farbe trugen sechs der sieben US-Importe des F1. Im Innenraum hat es eine schwarze Lederausstattung mit einer grauen Fahrersitzfläche.
Ellison besaß den Wagen mit dem kalifornischen Nummernschild „ORACLE8“ mehr als zehn Jahre. Der Wagen blieb zwei weitere Besitzer lang in der San Francisco Bay Area und ist wahrscheinlich der einzige F1, der mehrfach den Eigner wechselte, ohne seine Auslieferungsregion zu verlassen.
Seine Anziehungskraft auf Tech-Milliardäre hat der Sportwagen nicht verloren, Open-AI-Chef Sam Altman soll gleich zwei Exemplare besitzen und hat sich unlängst in einem knallroten F1 beim Tanken in Kalifornien ablichten lassen.
Eines von 7 Exemplaren in US-Spezifikation
Dieses automobile Juwel kommt nun bei einer RM Sotheby's Sealed Auction unter den Hammer. Interessenten müssen aber auch aufs Gaspedal drücken, am 16. August ist es bereits soweit.
Die Entwicklung des Fahrzeugs erfolgte unter der Federführung des damaligen McLaren-Formel-1-Designers Gordon Murray in den Jahren 1989 bis 1992. Peter Stevens gestaltete das Innen- und Außendesign der innovativen Flunder. Besonders ungewöhnlich fällt die Sitzposition des Fahrers aus, der mittig zwischen zwei leicht zurückversetzten Beifahrer-Schalen thront.
Hier klicken für große Ansicht.
Diese zentrale Position wählte Murray, um Kopfkontakt des Fahrers mit den seitlichen Dachholmen zu vermeiden und die Sicht, das Fahrgefühl, das Handling sowie die Gewichtsverteilung zu optimieren. Der Wagen gehört damit zu den wenigen dreisitzigen Mittelmotorsportwagen der Welt mit zentraler Fahrerposition.
Von den insgesamt 106 gebauten Fahrzeugen waren 78 für den Straßenverkehr zugelassen. Die 28 übrigen Exemplare hat McLaren zu Rennwagen für die GT1-Klasse umgerüstet und hauptsächlich in der FIA-GT-Meisterschaft eingesetzt.
Hier klicken für große Ansicht.
Bei der Technik hat McLaren intensiv mit BMW zusammengearbeitet. Die Münchener Autobauer rüsteten die F1 mit einem eigens entwickelten 12-Zylinder-Saugmotor aus. Dessen 627 PS aus 6,1 Liter Hubraum bewegen eine Monocoque-Karosserie aus karbonfaserverstärktem Kunststoff. Das Auto wiegt leer dadurch lediglich 1.140 Kilogramm.
Mit goldenem Hitzschild
Diese Kombination war damals eine Premiere bei einem Serienfahrzeug und erforderte extremen technischen Aufwand sowie hohe Fertigungskosten. Der Motorraum etwa ist mit einer wärmereflektierende Beschichtung aus Gold versehen, um zu verhindern, dass die CFK-Karosserie schmilzt.
Hier klicken für große Ansicht.
Der McLaren F1 verfügt über nach oben öffnende Schmetterlingstüren. Die Aufhängungen für Fahrwerk und Motor wurden aus Aluminium und Magnesium gefertigt. Erstmals kamen auch aktive aerodynamische Komponenten zum Einsatz, wie zum Beispiel zwei Ventilatoren unter dem Fahrzeug, die bei Bedarf zusätzlichen Unterdruck erzeugen.
Der McLaren F1 hielt mit einer Höchstgeschwindigkeit von 391 km/h lange Zeit den Geschwindigkeitsrekord für Serienfahrzeuge. Sein puristisches Fahrerlebnis ohne elektronische Helferlein wie Antriebsschlupfregelung oder ESC mache ihn zu einem einzigartigen analogen Meisterwerk, jubelte schon damals die Fachpresse.