Ausweitung auf Stiftungen und Unternehmen Warburg sieht Marktlücke für digitale Vermögensverwaltung

Christian Jasperneite ist Investmentchef der Hamburger Privatbank M.M. Warburg & Co. Seiner Ansicht nach ist digitale Vermögensverwaltung auch für Stiftungen und bestimmte Unternehmen ein spannendes Thema. | © M.M.Warburg & Co

Christian Jasperneite ist Investmentchef der Hamburger Privatbank M.M. Warburg & Co. Seiner Ansicht nach ist digitale Vermögensverwaltung auch für Stiftungen und bestimmte Unternehmen ein spannendes Thema. Foto: M.M.Warburg & Co

Die Hamburger Privatbank M.M. Warburg & Co plant offenbar, ihre digitale Vermögensverwaltung noch im laufenden Jahr auch semi-institutionellen Investoren wie Stiftungen und Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Derartige Überlegungen stellte Investmentchef Christian Jasperneite im Gespräch mit dem Nachrichtenprotal „Bloomberg“ an, das die Tageszeitung „Die Welt“ aufgreift.

Demnach sehe Jasperneite in diesem Segment eine Marktlücke für Robo Advice. Das Angebot könnte etwa für Stiftungen von Interesse sein, so Jasperneite: „Mit unserer digitalen Vermögensverwaltung könnten solche Kunden die Qualität ihrer Investments sicherstellen, ohne dass sie einen Manager aus Fleisch und Blut beschäftigen müssen, der das Portfolio und die Einhaltung der Anlagerichtlinien täglich im Auge behält“, zitiert ihn der Bericht.

Seit Mitte Oktober 2017 ist die digitale Vermögensverwaltung der M.M. Warburg & Co – der Warburg Navigator – offiziell live. Der Robo Advisor kombiniert prognosefreie, mathematische Grundmodelle mit fundamentalen Einschätzungen des Asset Managements der Bank. Ab 20.000 Euro Mindestbetrag sind Anleger dabei. Die Gebühr beträgt 1,2 Prozent. Der Anlagebetrag werde in ein breit diversifiziertes, im Wesentlichen aus ETFs bestehendes Portfolio investiert, bei Bedarf werden nach intensiver Prüfung aktiv gemanagte Fonds ergänzt. Die Einhaltung der Risikovorgaben der Kunden werde laufend überwacht und das Portfolio bei Bedarf angepasst.

Alternative zum Strafzins

Auch Unternehmen mit mindestens 500.000 Euro an Barmitteln sieht Jasperneite laut Bericht als mögliche Interessenten. Statt von der Hausbank Strafzinsen aufgebrummt zu bekommen, könnte sich Robo Advisory für die Firmen auf der Suche nach Alternativen als Möglichkeit anbieten. Entsprechende Anfragen seien bereits eingegangen, so Jasperneite gegenüber „Bloomberg“.

Trotz der Überlegungen verliere die Privatbank aber ihre anfangs anvisierte Kundschaft nicht aus den Augen. Mit dem Verlauf des Warburg Navigator sei man zufrieden, eine Vielzahl von Kunden würden mehr als den Mindestbeitrag investieren.

Das Institut erhalte Zugang zu Kunden, die es zuvor nicht erreicht habe, so Jasperneite. Konkrete Anlegerzahlen nennt er nicht. Bedenken, dass die Privatbank dadurch ihre Marke verwässert, habe er nicht. Tatsächlich sei das Feedback der Bestandskunden zum digitalen Vermögensverwalter ausnahmslos gut.