Henley Private Wealth Report Australien und VAE begehrte Ziele für Vermögende – Rekord wird wohl fallen

Blick auf den berühmten Bondi Beach in Sydney, Australien: Das Land wird voraussichtlich das beliebteste Migrationsziel von HNWIs in diesem Jahr.

Blick auf den berühmten Bondi Beach in Sydney, Australien: Das Land wird voraussichtlich das beliebteste Migrationsziel von HNWIs in diesem Jahr. Foto: imago images/Wirestock

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Henley & Partners, Beratungsunternehmen für internationale Wohnsitze und Staatsbürgerschaften, erstellt jährlich gemeinsam mit dem Wealth-Forschungsunternehmen New World Wealth die Henley Privatvermögen-Übersicht (Henley Private Wealth Migration Dashboard). Diese liefert einen Überblick, wie die Migrationsbewegungen von vermögenden Personen aktuell aussehen. Australien konnte sich noch vor den Vereinigten Arabischen Emiraten den ersten Rang sichern, Deutschland kommt auf einen sehr ordentlichen Platz.

Wichtig bei den Daten ist, dass diese nur für Personen gelten, die tatsächlich umgezogen sind, also mehr als die Hälfte des Jahres in ihrem neuen Land bleiben. Viele vermögende Personen erwerben Aufenthaltsrechte für Länder, ziehen aber nie in diese Länder um. Diese Personen sind in den Zahlen daher nicht berücksichtigt. Insgesamt wurden die Bewegungen von 150.000 Personen erfasst, aus insgesamt 56 Ländern. Erfasst werden die Daten ab einem Vermögen von einer Million US-Dollar.

Zahlen steigen nach Corona wohl auf Rekordwerte

Nachdem Corona für einen Einbruch der Zahlen gesorgt hatte, sind sie 2022 wieder gestiegen. Für 2023 zeichnet sich eine weitere Erhöhung ab – sollte sich die Prognose bestätigen, werden dieses Jahr 122.000 HNWIs ihren Wohnsitz ändern, das wäre ein Rekord. Die Prognose für 2024 geht sogar weiter und rechnet mit 128.000 Umzügen.

 

 

Darum wandern HNWIs ab

Doch warum sind die Zahlen der abwanderungswilligen vermögenden Personen aktuell so hoch? Ein Grund sind die Investment-Migrations-Programme, die inzwischen in vielen Ländern angeboten werden. Je nach Staat sind die Mindestanforderung unterschiedlich, grundsätzlich muss aber eine gewisse Summe im Land investiert werden. Im Gegenzug gibt es meist nicht nur ein Aufenthaltsrecht, sondern auch die Möglichkeit, dass etwa Kinder vor Ort zur Schule gehen können und ohne Einschränkungen studieren dürfen. In einigen Ländern kann so sogar die Staatsbürgerschaft erworben werden.

Mit den höchsten Abwanderungen wird für 2023 in der Volksrebublik China (-13.500), Indien (-6.500) Großbritannien (-3.200) und der Russischen Föderation (-3.000) gerechnet. Die anhaltende Volatilität verstärkt die Sicherheits-, politischen und wirtschaftlichen Risiken, was wohlhabende Familien weltweit dazu veranlasst, ihr Wohnsitzportfolio durch Investitionsmigration zu diversifizieren, um die wirtschaftliche Mobilität zu erhöhen und ihren Lebensstil, ihr Vermögen und ihr Erbe zu schützen.

Stabilität erwünscht 

Politische Stabilität, niedrige Steuern und persönliche Freiheit waren für HNWIs schon immer wichtigste Kriterien bei der Wahl ihres Wohnorts. Die Prioritäten wohlhabender Personen verlagern sich jedoch laut Henley & Partners auf die nicht greifbaren, aber ebenso wichtigen Elemente, die sich auf die Zukunftsaussichten ihrer Kinder, die Qualität ihres Lebens und das Erbe, das sie hinterlassen, auswirken.

 

 

 

Wohlhabende Familien wollen sicherstellen, dass ihre Kinder Zugang zu erstklassigen akademischen Einrichtungen haben, um ihnen den Weg zum Erfolg zu ebnen. Sie suchen nach Möglichkeiten, in Städte umzuziehen, die dem Klimawandel besser standhalten und eine gute Lebensqualität bieten, und Wurzeln in Ländern zu schlagen, in denen ihr Kapital über viele Generationen hinweg geschützt werden kann.

Angesichts dieser Gründe ist es nicht verwunderlich, dass gerade China, Indien, Großbritannien und Russland besonders hohe Abwanderungen vorzuweisen haben. Jedes Land bringt sicherlich noch eigene Faktoren mit, die vermögende Personen zum Auswandern bewegen, sei es der Ukraine-Krieg, Brexit oder zunehmende autoritäre Strömungen.

Beliebtestes Ziel ist "Down under"

Die meisten HNWIs zieht es nach Australien. Das Land hat sich seinen Spitzenplatz, den es zwischen 2015 und 2019 innehatte, zurückerobert. Doch was macht Australien so beliebt? Sind es das Klima und der Lebensstil, das erstklassige Bildungs- und Gesundheitswesen, die Entfernung zu den globalen Krisenherden oder die Tatsache, dass es in Australien im Gegensatz zum Vereinigten Königreich und den USA keine Erbschafts- oder Todessteuern gibt? Nach der Einschätzung von Henley & Partners sind es alle oben genannten Punkte. Hinzu kommen noch einige sehr attraktive Visaprogramme, die hoch qualifizierte Fachkräfte anziehen sollen. 

Daneben finden sich aber auch weitere klassische Einwanderungsländer, wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Singapur, die USA und die Schweiz. Deutschland rangiert auf dem 13. Platz, für dieses Jahr wird mit 400 Zuzügen gerechnet. Bemerkenswert ist, dass neun der zehn Länder mit den höchsten Nettozuflüssen von HNWIs im Jahr 2023 formelle Investitionsmigrationsprogramme haben und ausländische Direktinvestitionen im Gegenzug für Aufenthaltsrechte aktiv fördern.

Den gesamten Bericht gibt es hier

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