Ausgebucht Hotelfonds: Wer was in der Pipeline hat

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Peter Ebertz, Hotelexperte bei der Kölner Art Invest Real Estate: „Auch die beste Adresse redet bei fünf Jahren anhaltenden Minus über die Pacht.“ Hotel-Investments stehen und fallen mit dem Betreiber. Art Invest hat sich auf arbeitsintensive Objekte spezialisiert. „Manage to Core“ ist der Fachbegriff dafür, der sich darum auch als Abkürzung im Namen des Fonds wiederfindet, des Hotel-MTC Nr. 1. Doch auch solche Objekte sind inzwischen kaum noch zu bekommen. Inzwischen muss Art Invest ebenfalls immer öfter als Entwickler in Projekte einsteigen, um die angepeilten Renditen von 6 bis 9 Prozent zu erzielen. So hat hat das Unternehmen erst vor Kurzem ein Bürogebäude in der Dachauer Straße 37 am Stiglmaierplatz in München gekauft, um dort das erste deutsche Hotel der Marke Ruby zu entwickeln. „Lean Luxury“ nennt Ruby das Konzept. „Eine Lage im Herzen der Stadt, top Design und eine hochwertige Ausstattung zu einem unerwartet schlanken Preis“, erklärt Ruby-Gründer Michael Struck das Konzept. „Das funktioniert, weil wir unseren Luxus auf relativ kleiner Fläche unterbringen, wie bei Luxusyachten, und Unwesentliches wie Roomservice und Minibar einfach weglassen.“ Der Bau des Design-Hotels mit 174 Zimmern hat bereits begonnen, die Eröffnung ist im Januar 2017 geplant.

Wie die meisten Hotelfonds ist auch der Hotel-MTC Nr. 1 für Neuinvestoren geschlossen. Die Kölner wollen im Laufe dieses Jahres jedoch ein weiteres Produkt auf den Markt bringen. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest. Budget-Häuser werden aber auch hier den Schwerpunkt bilden. „Diese Hotels benötigen wenig Personal und sind daher in der Regel sehr auskömmlich“, so Ebertz. Ein typisches Hotel der B&B-Kette etwa beschäftige nur drei Mitarbeiter plus externe Reinigungskräfte. „Das Kölner Pullman, ein Objekt in unserem bestehenden Fonds, kommt dagegen bei 250 Zimmern auf rund 170 Mitarbeiter.“ Invesco Real Estate plant ebenfalls einen Nachfolger seiner beiden ausplatzierten Hotelfonds. Von London aus verwaltet Lisa Neubüser die Produkte nach Luxemburger Recht. Auch das dritte Angebot wird Vier-Sterne-Häuser in zentralen Lagen, an Flughäfen und Kongresszentren im Fokus haben. Allerdings muss Invesco ebenso wie viele andere Investoren derzeit vor allem das Beschaffungsproblem lösen. Neubüser: „In der momentanen Marktlage mit starker Nachfrage und hohen Preisen ist es schwierig, Seed-Investments warmzuhalten.“