Ausblick Alternative Anlagestrategien „Ungewissheit ist Hedge-Strategien im Allgemeinen zuträglich“

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Trumpflation: Ein besseres Umfeld für Long/Short Equity

Im letzten Quartal waren wir hinsichtlich Long/Short Equity zuversichtlich und unsere Überzeugung von dieser Strategie hat sich mit der Zeit verfestigt. Wir sind der Ansicht, dass der oben erwähnte Marktumschwung nach dem Wahlsieg Trumps der Strategie zusätzlich Rückenwind verlieh, ebenso wie die Erwartung einer Zinsnormalisierung. Wir erwarten, dass Long/Short Equity-Manager von speziellen Chancen, welche sich durch diese Veränderungen ergeben könnten, profitieren können werden.
Beispielsweise könnten im Grunde schwache Unternehmen in einem steigenden Zinsumfeld finanziell höherem Druck ausgesetzt sein, wovon Manager profitieren können, wenn sie Gewinner und Verlierer zutreffend bestimmen können. Konjunkturempfindliche Unternehmen und Sektoren könnten sich bei steigenden Infrastrukturausgaben gut behaupten; defensive Sektoren könnten dagegen ins Hintertreffen geraten, wenn sich Anleger aus renditeorientierten Titeln zurückziehen.

Wenn der Rückführungsdamm bricht: Event Driven

Wir sehen die Event Driven-Hedge-Strategie weiterhin äußerst positiv. Unsere Überzeugung bezüglich dieser Strategie beruht auf einer Vielzahl von Faktoren. Die Transaktionsniveaus sind in den vergangenen Jahren infolge extrem niedriger Zinsen, lockerer Kreditmärkte und hoher Barbestände bei Unternehmen hoch geblieben. In diesem Quartal erwarten wir jedoch, dass die Strategie möglicherweise weiteren Rückenwind erhält.

Im Anschluss an den Überraschungssieg Trumps bildete sich ein neues Narrativ zu der Möglichkeit, Billionen US-Dollar an von US-Unternehmen im Ausland gehaltenen Barmitteln zurückzuführen. Dieser Ausgang ist natürlich reine Spekulationssache und der Zeitrahmen für eine solche Übertragung sowie die genaue Höhe des im Ausland verbleibenden Kapitals sind unbekannt. Trotzdem ist das vorherrschende Gefühl, dass mögliche, von der neuen Regierung Trump umgesetzte regulatorische und Steuergesetzänderungen Unternehmen Anreize bieten könnten, diese Liquidität teilweise oder insgesamt zurück in die Heimat zu bringen.

Natürlich wäre dies ein bedeutender Katalysator für die Event Driven-Strategie, da diese Barmittel für eine Vielzahl von Unternehmenstransaktionen, einschließlich außerordentlicher Aktiendividenden, höherer Dividenden, potenzieller Aktienrückkaufprogramme, Fusionen und Übernahmen, Unternehmensumstrukturierungen und potenziell höherer Ausgaben für Forschung und Entwicklung, genutzt werden könnten. Im Endeffekt würden die Finanzchefs in Geld schwimmen; dies würde wahrscheinlich ein sehr überzeugendes Chancenumfeld für Unternehmenstätigkeit und -wachstum schaffen.

* Alpha ist ein risikobereinigtes Maß dafür, wie sehr ein Portfoliomanager positiv oder negativ zur Rendite eines Fonds beiträgt.

Autor: David Saunders, Fondsmanager des K2 Alternative Strategies Fund bei Franklin Templeton Solutions