Aus der Stiftung gedrängt Ernst August Prinz von Hannover verklagt Vermögensverwalter

Ernst August Prinz von Hannover, hier mit seinem Anwalt bei einem Gerichtstermin 2009, hat seinen Vermögensverwalter verklagt. Das gesundheitlich angeschlagene Familienoberhaupt der Welfen liegt in mehreren Punkten mit seinem Sohn und Erben über Kreuz. | © Getty Images

Ernst August Prinz von Hannover, hier mit seinem Anwalt bei einem Gerichtstermin 2009, hat seinen Vermögensverwalter verklagt. Das gesundheitlich angeschlagene Familienoberhaupt der Welfen liegt in mehreren Punkten mit seinem Sohn und Erben über Kreuz. Foto: Getty Images

Ernst August Prinz von Hannover hat Strafanzeige gegen seinen langjährigen Vertrauten und Vermögensverwalter Prinz Michael von und zu Liechtenstein und einen seiner Angestellten gestellt, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ in ihrer Sonntagsausgabe. Die 53 Seiten starke Anzeige liegt dem Bericht zufolge bei der Staatsanwaltschaft Vaduz vor. Die Anklagepunkte lauten Betrug und Untreue. Der Vorwurf des Familienoberhaupts der Welfen: Man habe ihn statutenwidrig aus dem Vorstand der Herzog-von-Cumberland-Stiftung verdrängt. 2012 nahm Ernst August Erbprinz von Hannover als ältester Sohn von Ernst August Prinz von Hannover dessen Platz in der Stiftung Herzog von Cumberland ein, die den Besitz der Welfen in Österreich verwaltet.

Zeitgleich läuft bei den Welfen ein interner Streit um die Marienburg, Stammsitz der Familie südlich von Hannover. Der Sohn hatte sich mit der niedersächsischen Landesregierung bereits auf den Verkauf des Schlosses für die symbolische Summe vom einem Euro geeinigt. Ernst August Prinz von Hannover legte Anfang Februar 2018 umfangreich Einspruch ein, seitdem liegt der Kaufprozess erst einmal auf Eis. Der Vater hatte dem Sohn zwar 2004 mittels Schenkung die deutschen Besitztümer übertragen, diese 2017 aber wegen „groben Undanks” – wie es der Patriarch ausdrückt – widerrufen.

Daneben führt das Familienoberhaupt laut Bericht zwei weitere Argumentationsstränge auf, aus welchen Gründen der Sohn seiner Ansicht nach kein Recht auf den symbolischen Verkauf der Marienburg hat. Das ist ein parallel zum Schenkungsvertrag geschlossener Ehevertrag, der die Verfügungsgewalt des Sohnes beschränkt. Zudem führt Ernst August Prinz von Hannover das Hausgesetz der Welfen aus dem Jahr 1836 an, an dessen Einhalten sich der Erbprinz beim Unterzeichnen der Schenkung 2004 verpflichtet hatte.