Aufspaltung und Integration Das Ende der Marke Sal. Oppenheim

Christian Sewing (l.), stellvertretender Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank und Nicolas Moreau, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank und Chef der Deutschen Asset Management.  | © Deutsche Bank

Christian Sewing (l.), stellvertretender Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank und Nicolas Moreau, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank und Chef der Deutschen Asset Management. Foto: Deutsche Bank

Sal. Oppenheim verschwindet vom Markt. Die Deutsche Bank werde das Geschäft des Bankhauses in den Gesamtkonzern integrieren, teilte das Mutterhaus der ehemals größten unabhängigen Privatbank Europas mit. Während die Vermögenskunden künftig aus dem Wealth Management der Deutschen Bank betreut werden, geht die institutionelle Vermögensverwaltung von Sal. Oppenheim in der Deutschen Asset Management auf.

„Sal. Oppenheim verfügt über langjährige Erfahrung mit quantitativen Investment-Prozessen sowie individuellen Strategien für institutionelle Kunden“, sagt Nicolas Moreau, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank und Chef der Deutschen Asset Management. „Mit dieser Expertise wird die Vermögensverwaltung von Sal. Oppenheim ein Gewinn für die Deutsche Asset Management sein“.  

Der Schritt verwundert nicht. Bis auf die Croci-Ansätze (Cash Return on Capital Invested) ist die Deutsche Asset Management bislang für keine Quant-Strategien bekannt. Daher stellt die Integration dieses Oppenheim-Geschäftsbereichs eine nicht unwichtige Weichenstellung dar.

Für die bestehenden Kunden der Vermögensverwaltung von Sal. Oppenheim soll sich der Ansatz der quantitativen Strategien durch die Integration des Geschäfts in die Deutsche Asset Management nicht verändern. Ziel sei, das weltweite Wachstumspotenzial der quantitativen Strategien durch die Integration in den globalen Vertrieb und in die Plattform der Deutschen Asset Management besser zu nutzen.

Das verwaltete Kundenvolumen von Sal. Oppenheim betrug laut Jahresbericht 2016 49,2 Milliarden Euro, wovon allerdings 23,5 Milliarden Euro auf die Luxemburger Tochter entfielen, die Ende 2016 an Hauck & Aufhäuser gegangen war. Wie sich die verbliebenen 25,7 Milliarden Euro künftig auf das Insti-Geschäft und das mit vermögenden Privatkunden verteilen, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Das Vermögensverwaltungsgeschäft von Sal. Oppenheim ist bereits in Bezug auf das Berichtswesen Teil der Deutschen Asset Management. Die rechtliche und operative Integration dieser Vermögensverwaltung ist für das 1. Quartal 2018 geplant, während die Integration im Geschäft mit Vermögenskunden im Laufe des Jahres 2018 erfolgen wird.

Nach Abschluss der Integration der Geschäftsbereiche wird die Deutsche Bank die Marke Sal. Oppenheim nicht weiter betreiben. Die Deutsche Oppenheim Family Office, die über die ehemalige OVT Teile ihrer Wurzeln beim Kölner Bankhaus hat, bleibt als eigenständiges Family Office weiter bestehen.

Sal. Oppenheim unterhielt zuletzt, neben der Hauptniederlassung in Köln, vier weitere inländische Niederlassungen und zwei Repräsentanzen. In den Niederlassungen und Repräsentanzen betreuen gut 100 Mitarbeiter mehr als 1.800 Privatkunden in mehr als 1.200 Kundenverbünden. Der Geschäftsbericht 2016 weist insgesamt eine Zahl von 318 Mitarbeitern aus.