Secondary-Deal Athos Family Office steigt bei Digital-Health-Plattform Doctolib ein

Doctolib-Gründer Stanislas Niox-Chateau hat mit den Srrüngmann-Brüdern und deren Family Office neue Miteigentümer.

Doctolib-Gründer Stanislas Niox-Chateau hat mit den Srrüngmann-Brüdern und deren Family Office neue Miteigentümer. Bildquelle: Imago Images / IP3press

Das Münchner Family Office Athos der Zwillingsbrüder Andreas und Thomas Strüngmann steigt bei Doctolib ein. Das berichtete zunächst das Manager Magazin. Ebenfalls neu im Gesellschafterkreis ist die dänische A.P. Moller Foundation der Familie Maersk, welche die gleichnamige Reederei kontrolliert.

Weiterer Geldgeber ist Invus, das New Yorker Investmentvehikel der belgisch-luxemburgischen Artal-Gruppe sein. Dahinter steht die Unternehmerfamilie Wittouck, die durch Zuckerrohrplantagen wohlhabend wurde. Invus wurde 1985 gegründete und soll rund 10 Milliarden Euro verwalten. Auch Salica, eine 2013 in London gegründete Wachstumsinvestmentfirma, die früher unter dem Namen Hambro Perks firmierte und auf Technologie- und Healthtech-Unternehmen spezialisiert ist, gehört zu den Geldgebern.

Von Doctolib heißt es dazu gegenüber dieser Redaktion, das man diese Partner gewählt habe, weil sie über umfassende Gesundheitsexpertise verfügen, einen starken Fokus auf Deutschland und Europa legen „und eine langfristige Strategie verfolgen, die mit unserer Mission übereinstimmt“. 

Bei der Transaktion handelt es sich laut Verantwortlichen von Doctolib um eine kleine Sekundärrunde. Die neuen Gesellschafter erwarben dabei Anteile von frühen Investoren, ohne dass frisches Kapital in das Unternehmen geflossen ist. Bewertet wurde Doctolib dabei mit 3,6 Milliarden Euro – und damit niedriger als noch bei der letzten Finanzierungsrunde vor vier Jahren, als das Unternehmen mit 5,8 Milliarden Euro bewertet worden war.

Secondary Deal mit Abschlag

Diskrepanzen zwischen früheren und aktuellen Bewertungen sind bei Secondary-Deals grundsätzlich nicht ungewöhnlich. In diesem Fall fällt der Abschlag deutlich aus. Das Manager Magazin hatte bereits im Februar über einen drohenden Bewertungsrückgang berichtet. Demnach gestaltete es sich für Doctolib-Gründer Stanislas Niox-Chateau schwierig, die Firmenbewertung aus dem Jahr 2022 zu halten.

Operativ zeigt das Unternehmen indes eine positive Entwicklung: Im vergangenen Jahr steigerte Doctolib den annualisierten Umsatz um fast ein Drittel auf 422 Millionen Euro und war erstmals profitabel. Für 2026 soll Niox-Chateau einen Gewinn von rund 60 Millionen Euro anpeilen.

 

Das 2013 in Paris gegründete Unternehmen ist vor allem für seine Online-Plattform zur Buchung von Arztterminen bekannt. Ende 2024 hatte Doctolib Verträge mit 400.000 zahlenden Gesundheitsanbietern, davon rund 100.000 in Deutschland. 25 Millionen Deutsche verfügten zu diesem Zeitpunkt über ein Patientenkonto bei dem Unternehmen.

Athos: Aktiver Investor im Gesundheitssektor

Für Athos ist das Investment eine weitere Transaktion im Gesundheits- und Technologiebereich. Die Investmentfirma der Strüngmann-Brüder, die 2005 den von ihnen gegründeten Generikahersteller Hexal für 5,65 Milliarden Euro an Novartis veräußert hatten, hält unter anderem rund 42 Prozent an Biontech. Einen Teil dieser Beteiligung hatte das Family Office bereits mit einem Gewinn von 550 Prozent veräußert, wie das private banking magazin berichtete.

Zuletzt machte Athos auch im Immobilienbereich von sich reden: Das Family Office erwarb das Münchner Büro- und Einkaufsquartier Fünf Höfe für einen Kaufpreis zwischen 750 und 800 Millionen Euro von Union Investment – nach dem Erwerb der Villa Kennedy in Frankfurt ein weiteres namhaftes Immobilienengagement innerhalb kurzer Zeit, wie das private banking magazin berichtete. Mit einem Vermögen von jeweils rund 11 Milliarden Euro standen die Brüder 2025 auf Platz 19 der Liste der wohlhabendsten Deutschen des Manager Magazins.

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