Bericht von Johnson Associates Asset Management: Boni für 2022 sinken an der Wall Street kräftig

Blick auf die New York Stock Exchange

Blick auf die New York Stock Exchange: Asset Manager von der Wall Street erhalten weniger Boni. Foto: imago images/Future Image

Die Bonus-Saison in den USA fällt 2022 mauer als im Vorjahr aus. Das prognostiziert der jüngste Bericht des Vergütungsberaters Johnson Associates. Während Asset Manager an der Wall Street einen Rückgang von 20 Prozent erleben könnten, müssen Wealth Manager mit einem Minus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr rechnen.

Die größten Private-Equity-Firmen könnten laut dem Bericht ihre Bonuszahlungen um 5 Prozent kürzen, während Manager bei kleineren Firmen einen Rückgang von 10 Prozent erwarten. Bei den Hedgefonds wird es je nach Strategie Unterschiede geben, wobei die Boni bei Aktienfonds um 15 Prozent sinken könnten. Am schwersten dürfte es allerdings Investmentbanker aus dem Emissionsgeschäft treffen: Ihre Boni könnten laut Johnson Associates um mehr als 45 Prozent zusammenschrumpfen.

„Das ist ein echter Wermutstropfen“

„2021 war ein fabelhaftes Jahr, aber das ist ein echter Wermutstropfen“, sagte Alan Johnson, Geschäftsführer von Johnson Associates, in einem Bloomberg-Interview. „Wir hatten schon früher Boni-Rückgänge, aber wenn man das mit der Inflation am Ende des Jahres überlagert, denke ich, dass es besonders schmerzhaft sein wird.“

 

 

Um 10 Prozent steigen könnten in diesem Jahr hingegen die Boni von Aktienhändlern. Ihre Kollegen aus dem Bereich der festverzinslichen Wertpapiere können sogar mit einem Anstieg von 20 Prozent rechnen, da die Marktturbulenzen – ausgelöst durch Inflation, Rezessionsängste und globale Krisen – die Handelserträge erhöhen.

Johnson Associates erwartet Stellenabbau im Asset Management

Chris Connors, stellvertretender Geschäftsführer bei Johnson Associates, sagte gegenüber dem Portal Institutional Investor, dass der Rückgang der Boni in der rückläufigen Gesamtmarktentwicklung begründet liegt. Im Juni verzeichnete der S&P 500 seine schlechteste Performance seit über 50 Jahren. "Die Umsätze sind rückläufig, die Gewinne sind rückläufig, die Anreize werden rückläufig sein." Die Analysten von Johnson Associates schätzten für das Geschäftsjahr 2022 einen Rückgang des Gesamtgewinns pro Aktie um 13 Prozent.

Angesichts dessen erwartet Johnson Associates bis Ende 2022 auch einen Stellenabbau sowohl bei traditionellen als auch bei alternativen Asset Managern. Laut Connors haben einige Unternehmen bereits damit begonnen, Personal abzubauen.