Guy Stern von Standard Life Investments „Asset-Allokation reicht bei Pensionsmanagement nicht mehr aus“

Guy Stern

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Die Märkte werden in diesem Jahr sehr volatil sein, meint Guy Stern, Leiter des Bereichs Multi-Asset-Management bei Standard Life Investments (SLI) und Fondsmanager des Standard Life Global Absolute Return Strategies (GARS) Fund. Die mittelfristigen wirtschaftlichen Perspektiven bleiben seiner Einschätzung nach gedämpft. Langfristig werde der anhaltende Schuldenabbau in den Wirtschaftsregionen der entwickelten Welt die Wachstumsraten drücken und die Wahrscheinlichkeit von Rezessionen erhöhen.

Der Markt überschätzt das Gewinnwachstum von Unternehmen

Der Unternehmenssektor entwickle sich derzeit zwar etwas besser, so Stern weiter. Die meisten Unternehmen seien in guter Verfassung, ihre Bilanzen steckten voller Bargeld. „US-amerikanische sowie europäische Firmen konnten im vergangenen Jahr ein Ergebniswachstum zwischen 10 und 15 Prozent verzeichnen“, erklärt der Finanzexperte.

Höhere Kosten und geringere Umsätze gefährdeten jedoch die Ertragslage von Unternehmen. Daher rechnet Stern trotz eines vom Markt erwarteten – und bereits eingepreisten – Gewinnwachstums von 10 Prozent mit nur 5 Prozent in diesem Jahr. Auch zukünftig schließt er starke Turbulenzen im Unternehmensbereich nicht aus.

Um sich gegen die volatilen Märkte abzusichern, müssen sich sowohl Privatanleger als auch Pensionsfonds-Manager etwas einfallen lassen, ist Stern überzeugt. „Viele Pensionsfonds haben traditionell gehofft, dass ihnen eine strategische Asset-Allokation – mit einem großen Anteil des Fonds in Aktien – schon eine Rendite über dem Geldmarkt verschaffen wird, die ausreicht, um die Pensionen ihrer Mitglieder zu bezahlen“, sagt der Multi-Asset-Experte. Doch angesichts der veränderten wirtschaftlichen Bedingungen reiche das bei weitem nicht mehr aus.

Der Absolute-Return-Ansatz ist eine gute Alternative

Als eine gute Alternative zu herkömmlichen Strategien sieht Stern den Absolute-Return-Ansatz. Mit dieser Strategie können Fondsmanager sowohl in steigenden als auch in fallenden Märkten Gewinne erwirtschaften und haben zudem eine größere Bandbreite, um zu diversifizieren und Erträge aus einer Vielzahl von Strategien zu erzielen, sagte Stern.

Investments mit einem Absolute-Return-Ansatz böten hierbei das Potenzial für wiederkehrende, positive Erträge und gewährten den Investmentmanagern zudem eine größere Bandbreite, um zu diversifizieren und Erträge aus einer Vielzahl von Strategien zu erzielen, so Stern. „Normalerweise sind der Geldmarkt oder die Inflationsrate die Messlatten, über der die zu erzielende Rendite angesetzt wird.“ Mit Absolute-Return-Ansätzen erhalte der Fondsmanager die Freiheit, in verschiedenen Regionen und Anlageklassen zu investieren – dort, wo er gerade die besten Aussichten wahrnimmt.