Unmittelbar nach Razzia Asoka Wöhrmann verlässt die DWS

Asoka Wöhrmann

Asoka Wöhrmann: Wegen der Vorwürfe gegen ihn und die DWS räumt der Geschäftsführer seinen Posten. Foto: DWS

Asoka Wöhrmann und die DWS gehen getrennte Wege. Der Geschäftsführer bleibt bis zum 9. Juni in Amt und Würde und übergibt den Posten im Rahmen der Hauptversammlung dann an Stefan Hoops. Hoops war bisher Leiter der Unternehmensbank der Deutschen Bank. Die Deutsche Bank teilte die Personalwechsel am frühen Mittwochmorgen mit, auch die DWS bestätigte den Abgang Wöhrmanns und die Ernennung von Hoops in einer Pressemitteilung.

Wöhrmann war seit 2018 Geschäftsführer bei der DWS und hatte die Profitabilität des Asset Managers seitdem wieder erhöht. „Gleichzeitig sind die Vorwürfe, die in den vergangenen Monaten gegen die DWS und mich persönlich erhoben wurden, eine Belastung für das Unternehmen und auch für meine Familie und mich persönlich geworden“, erklärte Wöhrmann in einer Pressemitteilung der DWS, die am Mittwochmorgen versandt wurde.

Wöhrmann möchte Institution und eigene Familie schützen

„Um die Institution und auch meine Familie zu schützen, möchte ich daher den Weg für einen personellen Neuanfang frei machen“, erklärt Wöhrmann in der Pressemitteilung weiter. Mit den von ihm genannten Vorwürfen dürfte Wöhrmann auf die Greenwashing-Anschuldigungen der letzten Monate anspielen. Schließlich folgt sein Rückzug unmittelbar auf die Razzia bei DWS und Deutscher Bank, die am Dienstagmorgen durchgeführt wurde. Rund 50 Ermittler von Staatsanwaltschaft, der Finanzaufsicht Bafin und dem Bundeskriminalamt hatten die Büroräume wegen der Greenwashing-Vorwürfe gegen die Fondstochter der Deutschen Bank durchsucht. 

Quell der Vorwürfe waren Anschuldigungen der ehemaligen DWS-Nachhaltigkeitschefin Desiree Fixler, nach denen die DWS Fondsprodukte nachhaltiger verkaufen würde, als sie eigentlich sind. Fixler wurde daraufhin entlassen, klagte anschließend gegen die Entscheidung der DWS und verlor den Prozess. Wöhrmann und die DWS hatten die Greenwashing-Vorwürfe in der Folge stets zurückgewiesen.


Wöhrmanns Nachfolger Stefan Hoops kam 2003 zur Deutschen Bank und arbeitete zunächst im Vertrieb für festverzinsliche Wertpapiere und dann im Kredithandel in New York. Nach 2008 hatte er verschiedene leitende Funktionen im Kapitalmarktgeschäft in den USA und Deutschland inne, unter anderem verantwortete er die weltweite Betreuung institutioneller Kunden. Im Oktober 2018 übernahm Hoops die Leitung der globalen Transaktionsbank. Seit Juli 2019 führt er die Unternehmensbank, die den gesamten Firmen- und Geschäftskundenbereich der Deutschen Bank umfasst.