Artur Montanhas vom Vermögensverwalter Lunis „Fußballer sind eine Ware, mit der alle Geld verdienen wollen“

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Das sehen einige sehr prominente Fußballer aus dem Ausland aber anders.

Montanhas: Die Vorgehensweise der Berater von Cristiano Ronaldo und Lionel Messi kann ich nicht nachvollziehen. Beide wurden in Spanien wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Profifußballer müssen wie jeder andere Bürger Steuern bezahlen. Ärger mit den Finanzbehörden sollte vermieden werden.  

Wie intensiv ist der Austausch zwischen Ihnen und Ihren betreuten Spielern?

Montanhas: Dass ist ganz unterschiedlich. Wöchentlich, monatlich oder zumindest einmal im Quartal setzen wir uns zusammen. Mir ist es wichtig, dass die Spieler verstehen, was mit ihrem Vermögen passiert.  

Welche Rolle fällt den Spielberatern bei der Geldanlage zu?

Montanhas: Spielerberater sind eine wichtige Bezugsperson für die Spieler und übernehmen nichts Geringeres als dieKarriereplanung des Spielers. Der Spielerberater ist aber kein Finanzexperte, oder Steuerberater. Genau hier liegt oft das Problem. Jeder Berater sollte sich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren. Deshalb ist es für jeden Spieler so wichtig, die Aufgaben an die jeweiligen Experten zu verteilen. Ein Fußballprofi benötigt heute einen seriösen Spielerberater, einen auf Arbeitsrecht spezialisierten Rechtsanwalt, einen Finanzexperten und einen sehr guten Steuerberater, welcher sich auch im internationalen Steuerrecht auskennt.  

Bezahlen Sie den Spielerberatern Provisionen für die Vermittlung von Spielern?

Montanhas: Nein, wir bezahlen als Vermögensverwalter den Spielerberatern keinerlei Provision. Übrigens ist in Deutschland das bezahlen von verdeckten Provisionen verboten. Transparenz steht in einer Kundenbeziehung an erster Stelle. Das heißt sämtliche Provisionen müssen dem Kunden offengelegt werden. Ein seriöser Spielerberater sollte darauf Wert legen, dass sein Spieler beim Thema Finanzen in guten Händen ist. Spielerberater, die an den Geldanlagen der Spieler mitverdienen wollen, sind nicht seriös.  

Machen sich Ihre Fußballer-Mandanten wegen Corona eigentlich Sorgen?

Montanhas: Ja klar, machen sich die Spieler sorgen. Niemand weiß wie Corona unser Leben nachhaltig verändern wird. Es ist nicht vorherzusagen, ob das Gehaltsgefüge im Profifußball so bleibt. Erste Veränderungen sieht man bereits bei einigen Clubs wie Schalke 04, die Gehaltsobergrenzen eingeführt haben. (Auch die Ablösesummen verändern sich. Dies erkennt man am Beispiel von Leroy Sané. Vor einem Jahr waren 120 Millionen Euro Ablöse im Gespräch. Nun wechselte Sané für 50 Millionen Euro zu den Bayern. Corona hat und wird vieles verändern, auch im Fußballgeschäft.  

 


Über den Interviewten:

Artur Montanhas leitet seit April 2019 den Stuttgarter Standort der Lunis Vermögensmanagement, wo er das Geschäft mit Family-Office-Dienstleistungen für Kunden ab einem liquiden Vermögen von 5 Millionen Euro auf- und ausbauen soll. Zuvor war der 45-Jährige Geschäftsführer des Vertiva Family Office und Standortleiter für das Bankhaus J. Safra Sarasin in Stuttgart und Frankfurt.   

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