Nach Startschwierigkeiten Artex bringt Gemälde an die Börse – Handelsstart am Freitag

Francis Bacon, Three Studies for Portrait of George Dyer, 1963: Das Triptychon in Öl auf Leinwand geht an die Börse.

Francis Bacon, Three Studies for Portrait of George Dyer, 1963: Das Triptychon in Öl auf Leinwand steht vor seinem Börsengang. Foto: Artex

Am Freitag will das liechtensteiner Unternehmen Artex das erste Gemälde über eine eigens gegründete Aktiengesellschaft an die Börse bringen. Das mit 55 Millionen US-Dollar bewertete Triptychon „Three Studies for a Portrait of George Dyer“ von Francis Bacon wurde dafür in die Aktiengesellschaft Art Share 002 S.A. eingebracht.

Wie geplant wurden 412.500, also 75 Prozent der Aktien, im Rahmen einer Privatplatzierung bei qualifizierten Anlegern platziert werden. Der Emissionspreis beträgt 92,20 Euro je Aktie. Der Handel der Anteile wird auf der Artex-Börse mit einer Eröffnungsauktion um 12:50 Uhr mitteleuropäischer Zeit beginnen und geht dann ab 13:00 Uhr in den fortlaufenden Handel unter dem Symbol BAC1EU (ISIN: LU2583605592) über.

Artex: Handelsstart mehrfach verschoben

Der Börsengang des ersten Kunstwerks war mehrfach verschoben worden. Ursprünglich bereits für Juli vergangenen Jahres geplant, war der IPO dann für den Frühherbst und später Ende 2023 angekündigt worden.

Die Artex-Gründer sind von dem Erfolg der Kunstbörse überzeugt. „Das starke Interesse, das qualifizierte Anleger in den letzten Wochen gezeigt haben, ist ein großer Vertrauensbeweis für unsere neue regulierte und zugängliches multilaterales Handelssystem mit Schwerpunkt Kunst“, sagt Prinz Wenzeslaus von Liechtenstein, Artex-Mitgründer und Präsident des Verwaltungsrats. 

 

Artex will in diesem Jahr monatlich solche Kunst-Aktiengesellschaften auf den Markt bringen. „Diese Aufnahme ist das erste börsennotierte Meisterwerk überhaupt, und wir freuen uns nun auf weitere Meisterwerke, die wir in der Pipeline haben“, wird Co-Gründer Yassir Benjelloun-Touim in einer Pressemitteilung zitiert. Artex wolle den Kunstmarkt einer breiteren Anlegerschaft zugänglich machen. Für jedes Kunstwerk wird eine eigene Gesellschaft gegründet, in deren Besitz das Gemälde übergeht.  

Otto M. Schröder ermöglicht den Kauf der Kunst-Aktien

Artex habe Bestellungen von Investmentfonds bis Family Offices aus ganz Europa erhalten, teilt ein Sprecher auf Anfrage mit. Das Angebot sei überzeichnet gewesen. Das größte Interesse bestünde in der Schweiz und im Vereinigten Königreich. Neben institutionellen Anlegern erwarte das Unternehmen mit dem Handelsstart auch den Einstieg von Privatanlegern.

Auch die auf die Betreuung vermögender Privatkunden sowie institutioneller Kunden spezialisierte Otto M. Schröder Bank aus Hamburg kennt das 2020 begonnene Artex-Projekt im Rahmen ihrer Aktivitäten im Alternative-Asset-Segment bereits seit geraumer Zeit. „Pünktlich zum Start der neuen Börse ermöglichen wir unseren Kunden nun auch den Kauf der neuen Kunst-Aktien“, sagt Vorstand Norbert Kistermann.

Das erste Kunstwerk, das an die Börse kommt, gehört zu einer Serie von fünf Porträt-Triptychen, die Francis Bacon zwischen 1963 und 1969 schuf. Bacon (1909-1992) gilt als einer der erfolgreichsten britischen Maler des 20. Jahrhunderts. Das Werk, das nun auf Artex angeboten wird, wurde im Mai 2017 versteigert und erzielte damals einen Preis von 52 Millionen US-Dollar.

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