Private Banking im Fokus Picasso und van Gogh im Depot: Kunstbörse will große Meister handelbar machen

Besucher einer Ausstellung mit Lichtinstallation eines Gemäldes von Vincent van Gogh

Besucher einer Ausstellung mit Lichtinstallation eines Gemäldes von Vincent van Gogh: Die Kunstbörse Artex will bedeutende Kunstwerke für Anleger zugänglich machen. Foto: imago images/ZUMA Wire

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Picassos, Monets und van Goghs sind wertvoller denn je. Der Artprice-Index, der die Preisentwicklung der Werke der hundert wirtschaftlich erfolgreichsten Künstler in den vergangenen fünf Jahren abbildet, legte auch im schwierigen Börsenjahr 2022 um 3 Prozent zu. Die Werke von Blue-Chip-Künstler bleiben gefragt und werden somit auch für Investoren immer interessanter.

Das Problem: Die Zahl der Werke auf dem Markt ist gering und das notwendige Kapital können nur wenige Hochvermögende aufbringen. Die neue Kunstbörse Artex will das ändern und einer breiten Anlegerschaft Investments in Gemälde der „größten Meister der Welt“ ermöglichen, so die Ankündigung des Unternehmens, das von der Schweizer Börse die Lizenz für den Betrieb eines multilateralen Handelssystems (MTF) erhalten hat.

Kunstbörse kooperiert mit Schweizer Börse SIX und Rothschild & Co

Der Plan für die „Demokratisierung des Kunstmarktes“ lautet so: Pro Gemälde wird eine eigene AG gegründet, die ihre Aktien über die neue Handelsplattform zum Kauf anbietet. Die SIX Group, Betreibergesellschaft der Schweizer Börse, teilte mit, sie wird sich an der „weltweit ersten Börse für Kunstaktien“ beteiligen. SIX werde dabei Dienstleistungen im Zusammenhang mit Clearing- und Abwicklungsservices sowie Marktdaten zur Verfügung stellen. Rothschild & Co fungiert als Finanzberater von Artex im Zusammenhang mit den Börsengängen der Kunstwerke. 

Jedes Kunstwerk wird von einer in Luxemburg ansässigen Aktiengesellschaft gehalten, deren Aktien im Rahmen des Börsengangs zum Handel auf Artex zugelassen werden. Die auf das Unternehmen gelisteten Meisterwerke sollen aber in Museen und Ausstellungen weiter ausgestellt werden, wie Geschäftsführer und Mitgründer Yassir Benjelloun-Touimi gegenüber der Schweizer Tageszeitung „NZZ“ betont: „Es wäre traurig, wenn Meisterwerke in einem Tresorraum verschwänden“.

Auch für die Wertentwicklung sei es besser, wenn die Gemälde der Öffentlichkeit zugänglich und somit im Gespräch blieben. Bei der Auswahl will sich Artex auf Künstler im Zeitraum von der Renaissance bis zum 20. Jahrhundert beschränken.

 

 

Private-Banking-Institute sollen an Kunstbörse angeschlossen werden

Die Kunstaktien werden einen anfänglichen Nennwert von 100 Euro haben. So sollen zwar auch Kleinanlegern Investments in Picasso, Basquiat, Warhol & Co. ermöglicht werden, im Fokus stehen aber vermögende Kunden, wie eine Äußerung von Benjelloun-Touimi vermuten lässt.

„Artex wird noch im ersten Quartal mit zehn bis 15 angeschlossenen Banken starten. Darunter sollen mehrere Schweizer Finanzinstitute sein, die mit ihrem Fokus aufs Private Banking und ihrer Affinität zum Kunstmarkt besonders wichtig für uns sind“, so der ehemalige Investmentbanker. Bis Ende nächsten Jahres wolle man 40 Banken für Artex gewinnen.

Schon für die kommenden Wochen peilt Artex den ersten IPO eines Kunstwerkes an. Um welches Gemälde von welchem berühmten Künstler es handelt, verriet das Unternehmen mit Sitz in Liechtenstein allerdings noch nicht.

 

 

Gesamtkunstmarkt entwickelte sich in 2022 negativ

Mit Ausnahme des extrem hochpreisigen oberen Segments des Kunstmarktes veranlassten die globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Kunstkäufer in 2022 zu einer allgemein vorsichtigeren Haltung, wie die Online-Kunstpreisdatenbank Artprice in einem kürzlich veröffentlichen Report feststellte.

Mit weltweit einer Million Versteigerungspositionen sei das Angebot zwar auf ein Rekordniveau gestiegen, wobei mehr als die Hälfte der Transaktionen (56 Prozent) unterhalb der Schwelle von 1.000 US-Dollar (einschließlich Gebühren) abgeschlossen wurde. Während der Index der führenden 100 Blue-Chip-Künstler ein leichtes Wachstum von 3 Prozent aufwies, verzeichneten die Gesamtpreise auf dem Kunstmarkt einen Rückgang von 18 Prozent – fast der gleiche Rückgang wie beim S&P 500.