Nach US-Immobilien-Verlusten Arbeitsgericht kippt Kündigung von BVK-Immobilien-Investment-Chef

Rainer Komenda war seit 2003 in leitenden Positionen bei der Bayerischen Versorgungskammer.

Rainer Komenda war über 20 Jahre in leitenden Positionen bei der Bayerischen Versorgungskammer. Bildquelle: BVK

Rainer Komenda, langjähriger Leiter des Immobilien Investment Management (Head of Real Estate Investment Management) der Bayerischen Versorgungskammer (BVK), hat sich vor Gericht erfolgreich gegen seine fristlose Kündigung gewehrt. Das Arbeitsgericht München gab seiner Kündigungsschutzklage am Dienstag statt (AZ: 13 Ca 9892/25).

Die BVK habe die Kündigung nicht innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Zweiwochenfrist ausgesprochen, so das Arbeitsgericht München. Eine inhaltliche Prüfung der Compliance-Vorwürfe nahm das Gericht deshalb nicht vor.

Komenda war seit 2003 bei der BVK tätig, zunächst für Transaktionen in Deutschland, ab 2013 als Referatsleiter Immobilien Investment Global. Wie das private banking magazin im Juli 2025 berichtete, hatten sich die BVK und Komenda bereits zu diesem Zeitpunkt getrennt. 

 

Im Zuge der Aufarbeitung verlustreicher US-Immobilieninvestitionen – denen Verluste von bis zu 800 Millionen Euro drohen sollen, 163 Millionen Euro wurden bereits abgeschrieben – hatte die BVK die Kanzlei A&O Shearman mit einer Untersuchung der Transaktionen beauftragt. Dabei stießen die Ermittler laut BVK auf ein „nicht angemessenes Näheverhältnis". Komenda klagte gegen die fristlose Kündigung; eine Güteverhandlung scheiterte.

Das Gericht stellte fest, dass die BVK Komenda im April 2025 erstmals mit den Vorwürfen konfrontierte, die Kündigung aber erst im Juli aussprach – zu spät, um die Zweiwochenfrist zu wahren. 

Die BVK kündigte an, Berufung einzulegen. Den Bereich Immobilienkapitalanlage leitet seit Februar 2026 übergangsweise Andreas Steimel, zuletzt 16 Jahre bei Pimco Prime Real Estate (ehemals Allianz Real Estate) tätig.

Die Bayerische Versorgungskammer mit Sitz in München ist die größte öffentlich-rechtliche Versorgungsgruppe Deutschlands und verwaltet ein Kapitalanlagevolumen von rund 122 Milliarden Euro.

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