Arbeitete rund 15 Jahre für René Benko Ex-Signa-Immobilienchef heuert bei Berliner Unternehmen an

Signa entlässt Immobilienchef Timo Herzberg

Timo Herzberg war bis Dezember 2023 Immobilienchef von René Benkos Signa-Gruppe. Bildquelle: Signa

Timo Herzberg, bis Dezember 2023 Immobilienchef der insolventen Signa, hat bei einem neuen Arbeitgeber angefangen. Seit Anfang Oktober arbeitet er als Management Consultant bei dem 2024 gegründeten Berliner Immobilienunternehmen Kukagami. Auf seinem Linkedin-Profil beschreibt Herzberg seinen Aufgabenbereich: Er sei spezialisiert auf die Konzeption nachhaltiger Standorte und Immobilien, Wertschöpfung und Transformation von Vermögenswerten, die Identifizierung von Investitionsmöglichkeiten sowie Transaktionen und Vermögensverwaltung.

Lange Signa-Karriere endete mit fristloser Kündigung

Herzberg war zuvor zweieinhalb Jahre Geschäftsführer bei Signa und hatte seit 2017 diverse leitende Positionen im Immobilienkonzern von René Benko inne. Seine Tätigkeit für den österreichischen Immobilienunternehmer begann 2008.

Ende 2023 wurde Herzberg fristlos gekündigt. Alfred Gusenbauer, Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaften und ehemaliger österreichischer Bundeskanzler, erklärte damals: „Die Gründe für die Entlassungen sind ein dringender Verdacht auf grobe Verletzungen der Pflichten als Vorstandsmitglied." Die eindeutige Verdachtslage habe den Aufsichtsräten „keine andere Wahl" gelassen.

Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe

Die Insolvenzverwalter der Signa Holding und ihrer Töchter Signa Prime und Signa Development fordern Schadenersatz von ehemaligen Managern und Aufsichtsräten, auch von Herzberg. 

 

Im Raum steht der Verdacht der Insolvenzverschleppung: Der Eintritt der Insolvenz von Signa Prime wird mittlerweile auf Frühjahr 2022 datiert – gemeldet wurde sie erst Ende 2023. Allein für Signa Development wird der Schaden mit einer Milliarde Euro beziffert. Von den Betroffenen werden insgesamt 751 Millionen Euro gefordert.

Das Gläubigergremium gab auch wegen der Höhe der Forderungen grünes Licht für ein strukturiertes außergerichtliches Verfahren. Einigungen sollen bis Jahresende erzielt werden. Die Insolvenzverwalter Christof Stapf (Signa Holding), Abel Rechtsanwälte (Signa Prime Selection) und Andrea Fruhstorfer (Signa Development Selection) erklärten, dass das außergerichtliche Verfahren eine zweckmäßige und gläubigerorientierte Vorgehensweise biete. Für die Haftungsbetroffenen und deren Versicherungen ermögliche es eine effiziente Lösung der Ansprüche.

Welche Ziele Herzberg bei seiner neuen Arbeitsstelle verfolgt und wie der derzeitige Stand bei dem strukturierten außergerichtlichen Verfahren ist, beantwortete der langjährige Benko-Vertraute bislang auf Nachfrage dieser Redaktion nicht. 

Benko zu zwei Jahren Haft verurteilt

René Benko kam Anfang des Jahres in Untersuchungshaft. Mittlerweile wurde er zu zwei Jahren Haft verurteilt. Das Gericht in Innsbruck sah es als erwiesen an, dass der Gründer des Immobilien- und Handelskonzerns Signa seiner Mutter 300.000 Euro geschenkt hatte, um diese Summe dem Zugriff seiner Gläubiger zu entziehen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Aktuell laufen mehrere Justizverfahren gegen Benko.

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