Die Apotheker- und Ärztebank (Apobank) wird kommende Woche zwei Vorstandspositionen neu besetzen. Das berichtet die FAZ unter Berufung auf drei voneinander unabhängige Quellen. Demnach wird der Aufsichtsrat der Apobank am Montag aller Voraussicht nach Heiko Drews und Christian Wiermann für die Schlüsselressorts Vertrieb und Finanzen in den Vorstand berufen.
Aktuell besteht das Führungsgremium der Bank neben dem Vorstandsvorsitzenden Matthias Schellenberg und dem scheidenden Mitglied Alexander Müller noch aus den beiden Vorständen Sylvia Wilhelm und Thomas Runge. Beide nahmen ihre Ämter allerdings erst zum 1. Januar auf. Wilhelm kam von der Volkswagen Bank, Runge von HSBC Trinkaus & Burkhardt.
Im Januar hatte mit Müller das vierte Vorstandsmitglied innerhalb weniger Monate seinen Abschied verkündet. Er wird spätestens Ende Juni bei der nach Bilanzsumme größten deutschen Genossenschaftsbank ausscheiden. Zuvor hatten bereits Jenny Friese und Eckhard Lüdering sowie Holger Wessling den Vorstand des Instituts verlassen.
Bereichsvorstand Heiko Drews soll in Vorstand aufrücken
Neuer Vertriebsvorstand soll nun Heiko Drews werden, der die Apobank seit fast 30 Jahren kennt. Seit 1. Januar 2023 ist er bereits Bereichsvorstand Filialvertrieb und damit für die einheitliche Umsetzung der Vertriebsstrategie und die Steuerung des Filialvertriebs verantwortlich. Die neu geschaffene Position stellt eine Schnittstelle zwischen Zentrale und den Filialstandorten der Bank dar. Zuvor war er Marktgebiets- beziehungsweise Vertriebsleiter für die Region Nord und Ost.
Als neuer Vertriebsvorstand müsste Drews insbesondere die ambitionierten Wachstumspläne des Instituts in der Vermögensverwaltung vorantreiben: Die Apobank hat als Ziel ausgegeben, das Depotvolumen Vermögen von 10 Milliarden Euro bis 2028 zu verdoppeln. Die Bank will ihr Geschäft im Rahmen der Agenda 2025 neu ausrichten. Zu den Inhalten des Drei-Jahres-Fahrplans gehören ein stärkerer Fokus auf die Vermögensverwaltung, der Ausbau der Beratung für institutionelle Anleger und eine höhere Profitabilität. Im Rahmen der Neuausrichtung übertrug die Apobank jüngst ihr Verwahrstellengeschäft an die DZ Bank.
Apobank: Stillen Lasten im mittleren dreistelligen Millionenbereich
Als neuer Finanzvorstand ist Christian Wiermann vorgesehen. Auch er ist schon lange in der Apobank tätig, heuerte laut Linkedin-Profil im Mai 2010 bei dem Institut an und ist derzeit Bereichsleiter Gesamtbanksteuerung. Er wird auch die stillen Lasten „im mittleren dreistelligen Millionenbereich“ händeln müssen, die in der Bilanz der Apobank laut Geschäftsbericht stecken. Nach Informationen der FAZ handelt es sich dabei um nicht realisierte und nicht bilanzierte Kursverluste aus Anleihen in Höhe von 450 Millionen Euro. Damit betragen diese stillen Lasten der Apobank fast das Siebenfache ihres Nettogewinns des Jahres 2022.