Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) und die Asset-Management-Plattform Deutsche Credit arbeiten künftig im Bereich Private Debt zusammen. Ziel ist der Ausbau von Finanzierungen für mittelständische Unternehmen im Gesundheitssektor. Die Deutsche Credit legte dazu als Anlageberater einen Kreditfonds für Senior-Kredite nach luxemburgischem Recht auf, der sich bereits in der Vermarktung bei institutionellen Investoren befindet.
Rendite im hohen einstelligen Bereich
Der Fonds soll nach Angaben von Deutsche Credit einer der bisher größten Kreditfonds eines deutschen Managers werden. Als Vergleichsmaßstab nennt das Unternehmen den bisher größten Fonds dieser Art der IKB mit einem Volumen von 625 Millionen Euro. Der neue Fonds ist als geschlossener Fonds innerhalb der luxemburgischen RAIF-Struktur mit einer Laufzeit von sieben Jahren aufgesetzt. Das erste Closing ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant.
Die angestrebte Rendite liegt im hohen einstelligen Bereich. Der Fonds zielt auf den mittleren bis gehobenen Mittelstand ab. Über Co-Investoren können einzelne Kredite mit Volumina von über 100 Millionen Euro dargestellt werden.
Aufgabenverteilung zwischen den Partnern
Die Apobank bringt ihre Kreditexpertise und den Zugang zu Unternehmen im Gesundheitssektor ein, Deutsche Credit steuert ein Investmentteam sowie Fonds- und Verbriefungsstrukturen in Luxemburg und Deutschland bei. Die Apobank unterstützt beim Sourcing und bei der Analyse von Transaktionen im Gesundheitssektor, prüft aber in jedem Einzelfall unabhängig, ob und inwieweit sie sich parallel zum Fonds an der Finanzierungsstruktur beteiligt. Der Fonds stellt dabei die langfristige Finanzierungskomponente, während die Apobank tendenziell klassische Banklinien zur Verfügung stellt.
Non-Sponsored-Strategie mit Gesundheitsfokus
Der Fonds fokussiert sich auf sogenannte Non-Sponsored-Senior-Debt-Finanzierungen für den deutschen und europäischen Mittelstand – also Kredite ohne Beteiligung von Private-Equity-Firmen als Eigentümer. Rund ein Drittel der Portfolioallokation ist für den Gesundheitssektor vorgesehen, der von Investoren aufgrund der stabilen Marktentwicklung als defensiv und attraktiv gesehen wird. Die restlichen zwei Drittel können sektorübergreifend investiert werden. Regional liegt der Schwerpunkt auf Deutschland und der DACH-Region, aber auch Benelux-Staaten und Skandinavien gehören zum Anlageuniversum.
Die Kreditentscheidungen trifft ausschließlich Deutsche Credit. Apobank und Deutsche Credit haben im Gesundheitssektor bereits zwei Transaktionen umgesetzt. Weitere Investitionen befinden sich in der Pipeline.
Marktpotenzial im Gesundheitssektor
Der Gesundheitssektor in Deutschland erreicht laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz eine Bruttowertschöpfung von 435,5 Milliarden Euro. Jeder achte Euro Bruttowertschöpfung wird in der Gesundheitswirtschaft generiert. Die medizinische Versorgung trägt mit 236,1 Milliarden Euro den größten Teil bei, gefolgt von der industriellen Gesundheitswirtschaft mit 94,6 Milliarden Euro.
„Ergänzend zu klassischen Bankfinanzierungen sehen wir interessante Opportunitäten unter anderem bei organischen oder anorganischen Wachstumsfinanzierungen, Sprunginvestitionen oder Nachfolgesituationen", sagt Sandro von Korff, Bereichsleiter Firmenkunden der Apobank.
Nicolaus Loos, Gründer, CEO und CIO von Deutsche Credit, ergänzt: „Unsere Kooperation ist die erste dieser Art in Deutschland."
