Vermögensverwaltung soll wachsen Apobank beschließt Aus für Anlageberatung

Matthias Schellenberg von der Apobank

Matthias Schellenberg von der Apobank: Unter dem Vorstandsvorsitzenden stellt sich die Bank für die Zukunft neu auf. Die Vermögensverwaltung soll künftig stärker in den Fokus rücken. Foto: Jörg Koch

Die Apobank stellt unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Matthias Schellenberg die Weichen für die Zukunft: Künftig offeriert das Institut für Kunden mit einem Anlagebetrag von unter 250.000 Euro keine Anlageberatung mehr – stattdessen bietet die Apobank für diese Kundengruppe ausschließlich Produkte aus der eigenen Vermögensverwaltung an, die wachsen soll. Die Änderungen gelten vorerst für Neukunden und sollen später auch auf Bestandskunden erweitert werden.

Regulierung und bürokratische Anforderungen verkomplizieren Anlagegeschäft

Die Redaktion des Platow-Briefes hatte zuerst über einen entsprechenden Strategiewechsel berichtet, ein Sprecher der Apobank bestätigte die Neuausrichtung gegenüber dem private banking magazin. Durch den Schritt möchte die Bank vor allem die eigene Vermögensverwaltung stärken, das Depotvolumen der Privatkunden soll in den nächsten Jahren weiter gesteigert werden. Die Kompakt-Vermögensverwaltung startet ab einem Anlagebetrag von 10.000 Euro, die Smart-Version ab 50.000 Euro. Eine klassische Vermögensverwaltung erhalten Kunden mit einem Vermögen von über 250.000 Euro.

Neben den Wachstumsplänen für die Vermögensverwaltung gibt es laut des Apobank-Sprechers aber noch weitere Gründe für das Ende der Anlageberatung: Auch die bürokratischen Anforderungen und die Komplexität im Anlagegeschäft sollen mit dem Schritt gesenkt werden. Sie seien durch die zunehmende Regulierung der Anlageberatung entstanden. Einen Stellenabbau, den der ursprüngliche Bericht des Platow-Briefes nahelegt und der angeblich Auswirkungen auf bis zu 200 Mitarbeiter hätte, ist laut des Sprechers nicht Bestandteil der Anpassung. Stattdessen sollen das beratungsfreie Geschäft und Brokerage gestärkt werden, um Selbstentscheidern eine Anlage-Infrastruktur zu bieten.


Mit der Neuausrichtung justiert die Apobank ihre Strategie für die Zukunft nach. Zuvor hatte es bereits personelle Veränderungen gegeben. Vorstandschef Matthias Schellenberg hatte seinen Posten Anfang März übernommen, nachdem Ulrich Sommer sein Amt im Dezember niedergelegt hatte. Auch die Spitze des Aufsichtsrates wurde neu besetzt, Karl-Georg Pochhammer folgte auf Frank Ulrich Montgomery. Im Private Banking stellte die Apobank die Teams für die Niederlassungen in Ulm und Passau neu auf